Rheinmetall Aktie: Skyranger-Serienproduktion verzögert sich bis Mitte 2027

Rheinmetall reduziert die Erlöserwartung für 2026, hält aber an der Marge fest. Verzögerungen und neue Aufträge prägen den Ausblick.

Dr. Robert Sasse ·

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzspanne für 2026 nach unten korrigiert
  • Operative Marge bleibt bei rund 19 Prozent
  • Projektverzögerungen belasten den Rüstungskonzern
  • Neue Bundeswehr-Aufträge sorgen für Gegengewicht

Rheinmetall durchlebt eine schwierige Phase. Der Rüstungskonzern hat seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt, während Berichte über Lieferverzögerungen und Qualitätsmängel die Aktie belasten. Konzernchef Armin Papperger gerät zunehmend unter Druck.

Am Montag schloss die Aktie bei 1.023,00 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 11 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier rund ein Drittel an Wert verloren. Damit notiert Rheinmetall fast die Hälfte unter dem im Oktober erreichten 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro.

Gesenkte Prognose bei gehaltener Marge

Der Konzern rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro und damit weniger als zuvor in Aussicht gestellt. An der operativen Marge von rund 19 Prozent hält Rheinmetall trotz der gesenkten Erlösprognose fest. Für Anleger bedeutet das: Die Profitabilität soll stabil bleiben, auch wenn der Konzern langsamer wächst als geplant.

Belastend wirkte im vergangenen Quartal zudem der operative Free Cashflow, der nach Unternehmensangaben deutlich negativ ausfiel. Verantwortlich dafür waren verschobene Anzahlungen sowie gestiegene Kundenforderungen infolge hoher Umsatzrealisierung zum Quartalsende, dazu kam ein Vorratsaufbau für kommende Quartale.

Der Auftragsbestand überstieg im zweiten Quartal dennoch die Marke von 80 Milliarden Euro, nachdem neue Auftragsnominierungen von 11,371 Milliarden Euro hinzukamen – ein Polster, das die operative Substanz des Konzerns unterstreicht.

Verzögerungen bei Schlüsselprojekten

Medienberichten zufolge, die sich auf interne Unterlagen von Bundeswehr und Beschaffungsamt berufen, kommt es bei zwei wichtigen Projekten zu Rückständen. Beim gepanzerten Radfahrzeug „Schwerer Waffenträger Infanterie“ soll der vertragliche Rückstand mindestens elf Monate betragen.

Beim Flakpanzer Skyranger, dessen Auslieferung ursprünglich für Mitte 2026 geplant war, laufe die Serienproduktion nun erst ab Mitte 2027 an. Rheinmetall widerspricht diesen Darstellungen und räumt beim Skyranger lediglich eine Verzögerung von etwa fünf Monaten ein.

Hinzu kommen Berichte über mögliche Qualitätsmängel bei Schutzplatten aus dem Konzernkreis. Diese Häufung negativer Meldungen dürfte den Druck auf die Führungsstruktur um Papperger weiter erhöhen, zumal die Aktie bereits deutlich unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 1.394,54 Euro notiert.

Aufträge als Gegengewicht

Nicht alle Nachrichten fallen negativ aus. Von der Bundeswehr erhielt Rheinmetall einen Auftrag über mehr als 500 Millionen Euro für zusätzliche mobile Rettungsstationen, wodurch die Gesamtstückzahl auf 165 Systeme im Wert von mehr als 600 Millionen Euro brutto steigt.

In den USA lieferte American Rheinmetall den ersten von acht Lynx-XM30-Prototypen an die US-Armee aus. In Nordhessen investiert der Konzern zudem mehr als 260 Millionen Euro in den Ausbau des Panzerwerks Kassel.

Auf der politischen Bühne bleibt das Boxer-Radfahrzeugprojekt „Arminius“ im Blick. Laut Aussagen Pappergers sollen die finalen Verhandlungen in der zweiten Septemberwoche stattfinden, die parlamentarische Behandlung ist für den 9. Dezember angesetzt.

Der geplante Fixvertrag umfasst rund 12,4 Milliarden Euro für Fahrzeuge mit Lieferung bis 2029, ergänzt um einen Servicevertrag mit einem auf Rheinmetall entfallenden Anteil von 2 Milliarden Euro. Bereits im Vorfeld eines solchen Großauftrags dürfte die Aktie auf jede Nachricht sensibel reagieren.

Für Ende 2026 verlor Rheinmetall zudem das milliardenschwere F126-Fregattenprojekt, nachdem Deutschland das ursprünglich mit 12,8 Milliarden Euro veranschlagte Programm gestoppt hatte und stattdessen kleinere Schiffe von ThyssenKrupp Marine Systems ordert. Am 5. November legt der Konzern seine Quartalsmitteilung zum dritten Quartal vor – ein Termin, an dem sich zeigen dürfte, ob die gesenkte Prognose Bestand hat.

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Rheinmetall Aktie

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– 13,20 EUR -1,28 %
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Sektor Industrieunternehmen
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