Rheinmetall Aktie: US-Auftrag für Project Sustainment
Rheinmetall erhält Aufträge für autonome US-Militärfahrzeuge und britische Radhaubitzen. Die Aktie erholt sich, bleibt aber weit unter dem Rekordhoch.

Kurz zusammengefasst
- US-Auftrag für autonome Nachschubfahrzeuge
- Waffenanlagen für 72 britische Radhaubitzen
- Aktie steigt um 10,74 Prozent
- Kurs bleibt 43 Prozent unter Rekordhoch
Rheinmetall hat binnen weniger Tage gleich zwei bedeutende Auslandsaufträge eingesammelt und damit die jüngste Kurserholung untermauert. Sowohl das US-Geschäft als auch die britische Landstreitkraft haben ihre Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern ausgebaut.
US-Armee beauftragt autonome Nachschubfahrzeuge
Die US-Tochter American Rheinmetall erhält einen 18-monatigen Auftrag der US-Armee für die Entwicklung autonomer, hybridbetriebener Bodenfahrzeuge. Das Programm läuft unter dem Namen „Project Sustainment“ und wird über das National Advanced Mobility Consortium abgewickelt. American Rheinmetall tritt als Hauptauftragnehmer auf und liefert unbemannte Fahrzeuge, die den Nachschub auf Kompanieebene und in frontnahen Gebieten übernehmen sollen. Gesteuert werden die Systeme per Sprachbefehl über die Technologie „Anura“ des Partners Primordial Labs, weitere Partner im Konsortium sind Harbinger und Forterra. Jim Schirmer von American Rheinmetall betonte den gezielten Ausbau des US-Portfolios. Optionen für Folgeaufträge sind bereits vorgesehen, was dem Geschäft über die aktuelle Laufzeit hinaus Perspektive verleiht.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie positiver Nachrichten aus dem US-Geschäft ein und fällt in eine Phase, in der Rheinmetall nach eigenen Angaben im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen hat.
Radhaubitzen für die britische Armee
Parallel dazu baut Rheinmetall sein Geschäft in Großbritannien aus. Das Unternehmen liefert Waffenanlagen für 72 britische Radhaubitzen vom Typ RCH 155. Der Auftrag wurde bereits im Mai bestellt und im zweiten Quartal verbucht, sein Wert bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Gefertigt wird die fernbedienbare 155-Millimeter-Waffenanlage in einer neuen Geschützfertigung im britischen Telford. Die RCH 155 kombiniert ein Boxer-Fahrmodul mit der Waffenanlage der Panzerhaubitze 2000 und kann als Besonderheit während der Fahrt schießen. Hinter dem System steht das Gemeinschaftsunternehmen ARTEC, an dem Rheinmetall gemeinsam mit KNDS beteiligt ist.
Beide Aufträge zeigen, wie breit Rheinmetall inzwischen im NATO-Raum aufgestellt ist – von autonomer Logistik in den USA bis zur klassischen Artillerie in Großbritannien.
Kurs erholt sich, bleibt aber weit unter Rekordniveau
An der Börse kam die Nachrichtenlage gut an. Zum Wochenschluss notierte die Rheinmetall-Aktie bei 1.145,00 Euro, nach einem Plus von 10,74 Prozent auf Wochensicht eine der stärksten Bewegungen im deutschen Leitindex. Die Erholung reicht damit aber bei weitem nicht aus, um den massiven Kursrückgang der vergangenen Monate auszugleichen: Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch vom 3. Oktober 2025 fehlen der Aktie noch 42,95 Prozent. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein deutliches Minus zu Buche.
Für Anleger bleibt die Gemengelage damit zweigeteilt. Operativ liefert Rheinmetall mit neuen Aufträgen aus den USA und Großbritannien Belege dafür, dass die internationale Nachfrage nach Rüstungsgütern ungebrochen ist. An der Börse hat sich die Stimmung zuletzt spürbar aufgehellt, nachdem der Titel zuvor deutlich unter Druck geraten war. Der große Kurseinbruch der vergangenen Monate ist damit aber noch nicht vollständig verarbeitet – die Aktie bewegt sich weiterhin in einem Umfeld hoher Schwankungsbreite, das die jüngsten Gewinne relativieren dürfte, sollte sich die Nachrichtenlage wieder eintrüben.
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