Rheinmetall Aktie: Voll, aber langsam

Rheinmetall verfehlt Umsatz- und Gewinnerwartungen im ersten Quartal, bestätigt aber die Jahresziele dank eines Rekordauftragsbestands von 73 Milliarden Euro.

Redaktion Stock-World ·
Rheinmetall Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz und Gewinn unter Analystenschätzungen
  • Operative Marge verbessert sich auf 11,6 Prozent
  • Auftragsbestand steigt auf 73 Milliarden Euro
  • Jahresziele für 2026 unverändert bestätigt

Das Paradox des ersten Quartals 2026 lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Rheinmetall kann sich vor Bestellungen kaum retten, bringt die Ware aber nicht schnell genug aus der Fabrik. Umsatz und operativer Gewinn blieben deutlich hinter den Analystenerwartungen zurück — und trotzdem notiert die Aktie heute rund zwei Prozent im Plus.

Der Quartalsumsatz wuchs um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Klingt solide, ist es aber nicht, gemessen an dem, was der Markt erwartet hatte: Der Konsens lag bei rund 2,3 Milliarden Euro — eine Lücke von gut 15 Prozent. Auch beim operativen Ergebnis von 224 Millionen Euro wurde die Schätzung von 262 Millionen Euro verfehlt. Einziger Lichtblick auf der Zahlenebene: Die operative Marge verbesserte sich von 10,5 auf 11,6 Prozent und traf damit exakt die Erwartungen.

Zwei Bremsen, die schon bald wegfallen sollen

Der schwache Start hat konkrete Ursachen. Im spanischen Werk Murcia lief die Munitionsproduktion nach einer Explosion im Vorquartal nicht mit voller Kapazität — das drückte die Liefermengen im Segment Waffe und Munition erheblich. Gleichzeitig hatte das erste Quartal 2025 als Vergleichsbasis besonders hohe Maßstäbe gesetzt, weil damals Rüstungslieferungen vorgezogen worden waren und der Umsatz um 73 Prozent in die Höhe geschossen war. Beides zusammen erklärt einen guten Teil der statistischen Delle.

Obendrauf kam ein negativer freier Cashflow von minus 285 Millionen Euro — deutlich schlechter als die erwarteten plus 181 Millionen Euro. Ursächlich dafür waren höhere Investitionsausgaben, ein gestiegenes Umlaufvermögen und geringere Kundenanzahlungen. Das dürfte insbesondere kritische Investoren aufhorchen lassen.

Rekord-Backlog gibt dem Management Rückenwind

Was das Gesamtbild stabilisiert: Der Auftragsbestand ist auf rund 73 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Darin enthalten ist auch der Bestellrückhalt des jüngst übernommenen Marineschiffbauers NVL. Im ersten Quartal kamen allein durch neue Nominations — also Auftragseingang inklusive Rahmenvertragsvolumen — weitere 4,9 Milliarden Euro hinzu.

Auf dieser Grundlage bekräftigte das Management die Jahresziele unverändert: Für 2026 plant Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 Prozent. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen eine spürbare Beschleunigung in Aussicht — Murcia soll wieder vollumfänglich produzieren, und die Bundeswehr wird voraussichtlich bereits fertiggestellte Lkw abnehmen.

Jefferies hält die Aktie mit einem Kursziel von 2.220 Euro weiter auf „Buy“ und sieht im Auftragseingang den entscheidenden Kurstreiber — konkret erwartet das Analysehaus im zweiten oder dritten Quartal potenzielle Großorders für Fregatten und Boxer-Radpanzer im Gesamtvolumen von rund 24,5 Milliarden Euro. JPMorgan wiederum wertet die Q1-Schwäche ausdrücklich als Timing-Phänomen, warnt aber zugleich, dass die Anleger die Umsetzung der ambitionierten Wachstumsziele inzwischen deutlich skeptischer begleiten als noch in den Vorjahren.

Die vollständigen Quartalszahlen legt Rheinmetall am Donnerstag, dem 7. Mai, vor.

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Rheinmetall Aktie

957,30 EUR

– 5,00 EUR -0,52 %
KGV 36,89
KUV 4,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,19 %
Marktkapitalisierung 44,63 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.641,29 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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