Raus aus dem Automobilzuliefergeschäft, rein ins Marinegeschäft — Rheinmetall vollzieht seinen strategischen Umbau mit bemerkenswert konkreten Schritten. Beide Weichen wurden innerhalb weniger Monate gestellt.
Power Systems vor dem Abgang
Seit April 2025 sucht Rheinmetall einen Käufer für die Division Power Systems, die Komponenten für die Automobilindustrie fertigt. Im Dezember 2025 verengte sich der Kreis auf zwei Bieter. Laut Investorenpräsentation vom 11. März 2026 soll die Vertragsunterzeichnung spätestens in Q2 oder Q3 2026 erfolgen.
Der Abgang hat seinen buchhalterischen Preis: Rheinmetall erfasst eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 350 Millionen Euro auf den Bereich, der bereits nach IFRS 5 als nicht fortgeführtes Geschäft klassifiziert ist. Liquidität und operatives Ergebnis des Kerngeschäfts bleiben davon unberührt. Für die rund 8.000 Beschäftigten an sieben deutschen Standorten wurde ein Überleitungstarifvertrag vereinbart, der Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre vorsieht.
Marine als neues Standbein
Parallel zum Verkauf hat Rheinmetall mit dem Einstieg ins Marinegeschäft bereits Fakten geschaffen. Die Übernahme von NVL — dem militärischen Teil der Lürssen-Gruppe — wurde zum 1. März 2026 abgeschlossen, nachdem alle kartellrechtlichen Genehmigungen eingegangen waren. Der Konzern integriert damit einen Hersteller von Marine- und Küstenwachschiffen sowie maritimen autonomen Systemen.
Die neue Konzernstruktur, die seit Januar 2026 fünf Segmente umfasst — Vehicle Systems, Weapon and Ammunition, Air Defence, Digital Systems und Naval Systems —, soll die Basis für das langfristige Wachstumsziel legen: Rheinmetall peilt bis 2030 einen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro an, mehr als das Fünffache des heutigen Niveaus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Solides Fundament für den Umbau
Das finanzielle Polster für diesen Umbau ist vorhanden. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Rheinmetall mit dem fortgeführten Geschäft einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 18,5 Prozent. Der operative Free Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand belief sich Ende Dezember auf 63,8 Milliarden Euro — ein Sicherheitsnetz, das die Wachstumsprognosen untermauert.
Für 2026 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Die Hauptversammlung am 12. Mai 2026 soll zudem eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie beschließen — nach 8,10 Euro im Vorjahr.
Einen ersten Hinweis, ob die NVL-Integration reibungslos läuft und die Produktionssteigerungen greifen, liefern die Q1-Zahlen am 7. Mai 2026.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 17. März liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
