Richemont Aktie: Franken frisst Margen
Luxuskonzern Richemont übertrifft Umsatzerwartungen, leidet aber unter dem starken Franken. Die operative Marge sinkt leicht, während Dividende und Aktienrückkauf steigen.

Kurz zusammengefasst
- Organisches Umsatzplus von elf Prozent
- Operative Marge sinkt auf 20 Prozent
- Dividende auf 4,30 Franken erhöht
- Aktienrückkaufprogramm angekündigt
Starkes organisches Wachstum, aber die Profitabilität enttäuscht — so lässt sich Richemonts abgelaufenes Geschäftsjahr 2025/26 auf einen Nenner bringen. Der Luxuskonzern wuchs aus eigener Kraft um elf Prozent und übertraf damit die Analystenerwartungen von knapp zehn Prozent. Beim Betriebsgewinn hingegen bremste der starke Schweizer Franken spürbar.
Cartier zieht, Uhren hinken hinterher
Der Gesamtumsatz stieg auf 22,4 Milliarden Euro — ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei Währungseffekte den berichteten Zuwachs deutlich drückten. Das Schmuckgeschäft rund um Cartier blieb das Zugpferd, während das Uhrengeschäft mit Marken wie IWC organisch nur leicht zulegte.
Der Betriebsgewinn verbesserte sich auf 4,5 Milliarden Euro, die entsprechende Marge sank jedoch um knapp einen Prozentpunkt auf 20,0 Prozent. Bruttomarge und operativer Gewinn blieben damit leicht unter den Marktschätzungen — der Hauptgrund war laut Analysten das Währungsumfeld. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro, ein Plus von 27 Prozent — begünstigt durch Verluste im Vorjahreszeitraum aus dem inzwischen verkauften Online-Geschäft, das im April 2025 an Mytheresa überging.
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Dividende erhöht, Rückkauf angekündigt
Für die Aktionäre wird eine Dividende von 3,30 Franken je A-Aktie vorgeschlagen, ergänzt um eine Sonderdividende von 1,00 Franken — nach 3,00 Franken im Vorjahr. Hinzu kommt ein angekündigtes Rückkaufprogramm für bis zu 10 Millionen A-Aktien, das ab dem 26. Mai laufen soll.
Die Reaktion an der Börse fiel durchwachsen aus. Nach einem frühen Kurssprung auf ein fast dreimonatiges Hoch drehte die Aktie ins Minus und schloss rund ein Prozent schwächer. Seit Jahresbeginn hat sie knapp zehn Prozent verloren. Analysten von Deutsche Bank Research sehen Richemont mit mehr Wachstumsschwung ins neue Geschäftsjahr gehen als erwartet — Bernstein-Analyst Luca Solca lobt das überraschend starke vierte Quartal, mahnt aber beim operativen Ergebnis. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy behält den Wert als einen seiner bevorzugten im Luxussegment, während die Zürcher Kantonalbank auf gedämpfte Konsumentenstimmung in Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten hinweist.
Einen konkreten Ausblick für 2026/27 gab Richemont wie gewohnt nicht. Ob der starke Franken auch im laufenden Jahr ein struktureller Gegenwind bleibt, wird sich spätestens bei den Halbjahreszahlen im Herbst zeigen.
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