Rigetti Aktie: 108-Qubit-Deal mit CDAC
Rigetti Computing setzt seine Talfahrt fort und notiert deutlich unter wichtigen Durchschnitten. Analysten bewerten die Aktie höchst unterschiedlich.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt um 4,4 Prozent
- Kurs weit unter gleitenden Durchschnitten
- Analysten uneins über fairen Wert
- Hoher Nettoverlust bei geringem Umsatz
Der Titel notiert bei 13,50 Euro und verliert damit 4,40 Prozent, nachdem er am Dienstag noch bei 14,12 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht ein Minus von 8,83 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 31,20 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 33,16 Prozent im Minus.
Kurze Erholung, dann wieder Verkaufsdruck
Noch am 14. Juli hatten Quantencomputer-Werte spürbar zugelegt. Auslöser war der US-Verbraucherpreisindex für Juni, der mit minus 0,4 Prozent im Monatsvergleich und 3,5 Prozent auf Jahressicht schwächer ausfiel als befürchtet. Rigetti gewann an diesem Tag 4,9 Prozent, während IonQ um 1,1 Prozent, D-Wave Quantum um 1,6 Prozent und Quantum Computing um 4 Prozent zulegten. Die Erholung folgte auf eine fünftägige Verkaufswelle, in der Rigetti zuvor bereits 11,8 Prozent verloren hatte. Die Bewegung vom 14. Juli reichte allerdings nicht, um den mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen: Aktuell notiert die Aktie 23,28 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 17,60 Euro und 32,91 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,13 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 50,30 Euro, erreicht am 15. Oktober 2025, beträgt der Abstand 73,16 Prozent. Gegenüber dem erst Ende März markierten 52-Wochen-Tief von 11,00 Euro liegt der Kurs dagegen noch 22,75 Prozent höher. Der RSI von 35,4 signalisiert, dass sich der Titel der überverkauften Zone nähert, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 84,21 Prozent ausgesprochen hoch bleibt. Die Marktkapitalisierung beziffert sich derzeit auf 4,80 Milliarden Euro.
Analysten uneins über die Bewertung
Während der Kurs schwankt, driften auch die Einschätzungen der Analysten auseinander. Simply Wall St verweist auf den kürzlich vereinbarten Auftrag, mit dem Rigetti einen 108-Qubit-Quantencomputer an das indische Forschungszentrum CDAC liefert. Nach dem eigenen Bewertungsmodell des Analysehauses liegt der faire Wert der Aktie bei 16 US-Dollar, der Schlusskurs vom 14. Juli lag mit 16,11 Dollar nur knapp darüber. In einem separaten, langfristig angelegten Bewertungsszenario stuft Simply Wall St die Aktie sogar als rund 70 Prozent überbewertet ein.
Deutlich optimistischer fällt die Einschätzung aus, die das Analyseportal Pluang im Vergleich mit Cipher Mining zusammengetragen hat. Demnach votieren 85,71 Prozent der befragten Analysten für eine Kaufempfehlung, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 32,67 US-Dollar. Nach Berechnung von Pluang entspräche das einem Aufwärtspotenzial von rund 112 Prozent. Die Diskrepanz zwischen einem als überbewertet eingestuften fairen Wert und einem ambitionierten Kaufziel zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumsstory des Unternehmens derzeit interpretiert wird.
Verluste bleiben hoch
Die Geschäftszahlen liefern dabei wenig Entlastung. Für das Jahr 2025 weist Rigetti einen Nettoverlust von 216,21 Millionen US-Dollar aus, dem ein Umsatz von lediglich 7,09 Millionen US-Dollar gegenübersteht. Die hohe Diskrepanz zwischen operativem Geschäft und Bewertung erklärt, warum Anleger den Titel so unterschiedlich einschätzen: Der Auftrag mit CDAC gilt als Beleg für die technologische Reife des 108-Qubit-Systems, ändert an der dünnen Umsatzbasis aber kurzfristig wenig. Für das Marktumfeld insgesamt spielte am 15. Juli zudem die Stimmung im breiteren Technologiesektor eine Rolle, nachdem starke Quartalszahlen und ein angehobener Ausblick des Chipausrüsters ASML die Kauflaune an den Technologiebörsen zunächst gestützt hatten. Rigetti selbst konnte davon am Berichtstag nicht profitieren und gab trotz des insgesamt freundlicheren Marktumfelds nach.
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