Bei Rigetti kommt die Woche mit Gegenwind ins Rollen. Auslöser ist eine Abstufung durch TD Cowen, die eine Debatte über Bewertung, Umsatztempo und künftigen Kapitalbedarf neu entfacht. Dazu passen die jüngsten operativen Verzögerungen – und ein Vergleich mit der Konkurrenz, der Anlegern wenig Luft zum Durchatmen lässt.
Wichtige Punkte auf einen Blick
– TD Cowen stuft von „Buy“ auf „Hold“ ab
– TD Cowen senkt die eigene Umsatzannahme für 2027 auf rund 30 Mio. Dollar (Konsens: ca. 55 Mio. Dollar)
– Neue Chip-Fertigung („Fab“) mit Kosten von über 300 Mio. Dollar geplant
– Cashbestand: rund 525 Mio. Dollar, jährlicher Cashburn: 70–80 Mio. Dollar
– Q3-Umsatz: 1,9 Mio. Dollar (–18,1% zum Vorjahr); IonQ: 39,87 Mio. Dollar
– 108-Qubit-Prozessor Cepheus-1-108Q verschoben auf Ende Q1 2026
Abstufung trifft die Erwartungshaltung
TD-Cowen-Analyst Krish Sankar hat die Einstufung am Donnerstag von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Im Kern geht es um die Frage: Wie realistisch sind die Umsatzsprünge, die viele für die kommenden Jahre eingepreist hatten?
TD Cowen hält die am Markt verbreiteten Umsatzannahmen für 2027 für zu ambitioniert. Während der Konsens bei rund 55 Mio. Dollar liegt, rechnet die Bank in ihrem Modell nur noch mit etwa 30 Mio. Dollar. Dahinter steht die Einschätzung, dass die Kommerzialisierung langsamer anlaufen könnte als bislang unterstellt.
Hohe Investitionen, mögliche Finanzierungslücke
Neben den Umsatzannahmen rückt TD Cowen den Kapitalbedarf in den Vordergrund. Rigetti plant eine neue Fertigungsanlage, um die Ausbeute bei Chips zu verbessern. Die Kosten dafür werden auf mehr als 300 Mio. Dollar geschätzt.
Dem steht ein Cashbestand von rund 525 Mio. Dollar gegenüber. Doch in Kombination mit einem jährlichen Mittelabfluss von 70 bis 80 Mio. Dollar wirft das die Frage auf, ob später zusätzliches Kapital nötig wird – und ob das bestehende Aktionäre über Verwässerung treffen könnte.
Umsatzabstand zur Konkurrenz und Produktverzögerung
Die Neubewertung hängt auch mit dem Abstand zu Wettbewerbern zusammen. Im dritten Quartal meldete Rigetti nur 1,9 Mio. Dollar Umsatz, 18,1% weniger als im Vorjahr. IonQ kam im selben Zeitraum auf 39,87 Mio. Dollar – etwa das Zwanzigfache.
Hinzu kommt ein Dämpfer bei der öffentlichen Förderung: Rigetti wurde nicht für die DARPA Quantum Benchmarking Initiative (QBI) Stage B ausgewählt, während IonQ und IBM den Zuschlag erhielten. Damit entfällt für Rigetti ein potenzieller Mittelzufluss, der über 1 Mio. Dollar pro Quartal hätte liegen können.
Operativ bleibt ebenfalls Sand im Getriebe. Das Unternehmen bestätigte, dass sich die allgemeine Verfügbarkeit des 108-Qubit-Prozessors Cepheus-1-108Q verzögert. Der Start wurde auf Ende des ersten Quartals 2026 verschoben, um technische Hürden bei der Gate-Fidelity zu adressieren.
Zum Wochenschluss lag die Aktie bei 16,09 Dollar, über die Woche gerechnet rund 9% tiefer. Trotz der Gegenwinde kommt Rigetti weiterhin auf eine Marktkapitalisierung von etwa 5 Mrd. Dollar – und laut TD Cowen bleiben die Bewertungskennzahlen (Enterprise Value zu Umsatz) im Branchenvergleich erhöht, was aus Sicht der Analysten noch immer optimistische Wachstumsszenarien widerspiegelt.
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