Rio Tinto Aktie: Kupfer-Blockade seit 17. Juni
Demonstranten in der Mongolei legen Oyu-Tolgoi-Mine lahm. Rio Tinto steht vor politischen und finanziellen Herausforderungen.

Kurz zusammengefasst
- Exportstopp durch Proteste in der Gobi
- Regierung fordert höhere Gewinnbeteiligung
- Steuerstreit belastet die Partnerschaft
- Aktie verliert deutlich an Wert
In der mongolischen Wüste Gobi herrscht Stillstand. Demonstranten der „Radical Reform Movement“ blockieren seit dem 17. Juni die Kupfer-Exporte der Oyu-Tolgoi-Mine. Sie fordern eine stärkere Beteiligung der lokalen Bevölkerung an den Rohstoffgewinnen.
Die Lage ist festgefahren. Rio Tinto hält 66 Prozent an dem Projekt, der Rest liegt beim mongolischen Staat. Nun verlangt die Regierung in Ulaanbaatar eine Neugestaltung der kommerziellen Bedingungen. Ihr Ziel ist ein Profitanteil von 60 Prozent.
Parallel dazu belastet ein juristischer Dauerbrenner die Partnerschaft. Es geht um Steuerforderungen in Höhe von rund 450 Millionen US-Dollar. Erst im Mai hatten beide Seiten versucht, die Wogen zu glätten. Rio Tinto halbierte die Managementgebühren, was der Mongolei langfristig zusätzliche Einnahmen von 1,5 Milliarden Dollar sichern soll.
Der aktuelle Exportstopp trifft den Staatshaushalt direkt. Eine Woche Blockade kostet die Regierung etwa 13 Millionen Dollar an Steuereinnahmen. Premierminister Uchral Nyam-Osor fordert deshalb rechtliche Konsequenzen für die Demonstranten.
An der Börse hinterlässt der Konflikt Spuren. Die Aktie schloss zuletzt bei 89,34 Euro. Damit liegt das Papier rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 105,22 Euro.
Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt die langfristige Bilanz positiv. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate kletterte der Kurs um mehr als 78 Prozent.
Die strategische Bedeutung des Standorts ist immens. Bis 2030 soll Oyu Tolgoi zur viertgrößten Kupfermine der Welt aufsteigen und vor allem den chinesischen Markt bedienen. Anleger beobachten nun, wie das Management die lokalen politischen Risiken gegen die weltweit steigende Kupfernachfrage ausbalanciert.
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