Rocket Lab: 15 Prozent Einbruch nach Insider-Verkäufen
Vier Insider verkaufen Aktien im Wert von 18 Millionen Dollar, ein Unfall bei Blue Origin belastet zusätzlich. Der Kurs von Rocket Lab fällt um fast 15 Prozent, trotz starker Fundamentaldaten und eines Umsatzwachstums von über 60 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Insider verkaufen 18 Mio. Dollar Aktien
- Blue-Origin-Unfall erschüttert Sektor
- SpaceX-IPO-Fantasie verliert an Schwung
- Umsatzplus von 63,5 Prozent im Quartal
Vier Insider verkaufen 18 Millionen Dollar Aktien — und der Kurs bricht an einem einzigen Tag um fast 15 Prozent ein. Das ist die kurze Version dessen, was am Montag bei Rocket Lab passierte. Die längere Version ist komplizierter, aber nicht weniger beunruhigend für Aktionäre, die den Kurs noch im Mai auf acht Allzeithochs klettern sahen.
Blue Origin zündet — und reißt alle mit runter
Der unmittelbare Auslöser kam von einem Konkurrenten. Blue Origins New-Glenn-Rakete explodierte bei einem Triebwerkstest auf dem Startgelände in Florida. Die Druckwelle entsprach einem Erdbeben der Stärke 2,5 — und erschütterte die Stimmung im gesamten Sektor. Rocket Lab, Planet Labs und Intuitive Machines gaben alle nach.
Rocket Lab traf es am härtesten. Der Kurs fiel auf 122,39 Dollar, während der Nasdaq um 0,21 Prozent zulegte. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagierten: Nach einem Monatsplus von über 50 Prozent war die Aktie technisch deutlich überkauft. Wer auf Gewinnen saß, brauchte nur einen Anlass zum Verkaufen.
SpaceX-IPO-Fantasie verliert Kraft
Hinter dem Ausverkauf steckt mehr als ein Raketenunfall. Ein großer Teil von Rocket Labs Kursanstieg der vergangenen Wochen basierte auf der Erwartung eines SpaceX-Börsengangs. Die Logik: Ein IPO von Elon Musks Raumfahrtkonzern würde die gesamte Branche aufwerten.
Diese Fantasie bekommt Risse. Berichte über eine angestrebte Bewertung von 1,8 Billionen Dollar — statt der zuvor kolportierten mehr als 2 Billionen — dämpften die Erwartungen. Musk widersprach zwar, doch die Euphorie ist verflogen. SpaceX soll den formalen Vermarktungsprozess bereits am 4. Juni starten, mit einer möglichen Preisfestsetzung um den 11. Juni. Je näher der IPO rückt, desto mehr Anleger nehmen Gewinne mit.
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Fundamentaldaten bleiben stark
Der Kursrutsch ändert nichts an Rocket Labs operativer Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen rund 200 Millionen Dollar Umsatz — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar.
Auf der Vertragsseite läuft es ebenfalls. Rocket Lab bestand kürzlich einen System Requirements Review für das Satellitenprogramm der Space Development Agency. Das Gesamtvolumen der SDA-Aufträge übersteigt damit 1,3 Milliarden Dollar. Hinzu kommt die Übernahme von Motiv Space Systems, einem Spezialisten für Weltraumrobotik. Dessen Technologie steckt unter anderem im NASA-Rover Perseverance.
Trotz des Einbruchs liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch rund 61 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Zuwachs über 360 Prozent. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis der Analystenprognosen liegt bei 48 — deutlich über dem Branchendurchschnitt. Dieses Bewertungsniveau setzt voraus, dass das Wachstum anhält und der SpaceX-IPO tatsächlich als Katalysator für den Sektor wirkt. Beides ist offen.
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