Rocket Lab: 2,2 Milliarden USD Auftragsbestand
Rocket Lab veröffentlicht am 10. August Q2-Zahlen. Analysten warten gespannt auf den Neutron-Zeitplan, während die Aktie trotz Iridium-Deal unter Druck bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Q2-Bericht für den 10. August angekündigt
- Neutron-Erstflug weiterhin für Ende 2026 geplant
- Iridium-Übernahme soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein
- U.S. Space Force vergibt 266-Millionen-Dollar-Auftrag
Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab USA rückt vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das zweite Quartal am 10. August verstärkt in das Blickfeld der Anleger. Während die Aktie am heutigen Montag um 6,62 % auf 69,25 USD kletterte, notiert das Papier mit einem Abstand von 54,14 % weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 151,00 USD. Neben den Finanzdaten warten Marktteilnehmer insbesondere auf Neuigkeiten zum Zeitplan der neuen Neutron-Rakete, deren Erstflug nach einem Testfehler zu Beginn des Jahres für Ende 2026 angestrebt wird.
Finanzielle Ziele und wachsender Auftragsbestand
Für das abgelaufene Quartal gab das Management eine Umsatzprognose in einer Spanne von 225 Millionen bis 240 Millionen USD aus. Analysten erwarten im Konsens einen bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 20 Millionen und 26 Millionen USD sowie ein Ergebnis je Aktie von etwa -0,06 USD. Das Unternehmen kann dabei auf eine wachsende Basis blicken: Der Auftragsbestand weitete sich zuletzt auf 2,2 Milliarden USD aus, was einer Steigerung von rund 73 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Im ersten Quartal 2026 hatte Rocket Lab einen Umsatz von 200,3 Millionen USD erzielt. Dieses Wachstum von über 60 % wurde maßgeblich durch das Segment Space Systems getrieben, das Satellitenkomponenten und Missionsdienste umfasst. Während die bewährte Electron-Rakete weiterhin regelmäßig Missionen für Kunden wie iQPS durchführt – ein Vertrag wurde jüngst auf insgesamt 18 Starts erweitert –, entscheidet die Entwicklung der größeren Neutron-Rakete über die künftige Skalierung des Geschäftsmodells.
Strategische Weichenstellung durch Iridium-Übernahme
Ein zentraler Pfeiler der langfristigen Strategie ist die geplante Übernahme von Iridium für 8 Milliarden USD. CEO Peter Beck bezeichnete diesen Schritt als „fehlendes Glied“, um Rocket Lab als vertikal integrierten Raumfahrtkonzern zu etablieren. Durch den Zusammenschluss, der bis Mitte 2027 abgeschlossen sein soll, erwartet das Unternehmen den Sprung in die Gewinnzone. Prognosen zufolge könnte das kombinierte Unternehmen im Jahr 2027 einen freien Cashflow von 425 Millionen USD generieren.
Analyst Trevor Walsh vom Bankhaus Citizens bewertet die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 130 USD. Er sieht in der Neutron-Rakete den entscheidenden Wendepunkt für die Bewertung. Mit einer Nutzlastkapazität von 13.000 Kilogramm zielt die Neutron auf einen Markt ab, der bis 2035 ein Volumen von 71 Milliarden USD erreichen könnte. Demgegenüber steht die Einstufung der Analysten von Piper Sandler, die das Papier zuletzt mit „Neutral“ bewerteten.
Großaufträge im Verteidigungssektor
Zusätzliche Stabilität verleihen umfangreiche Regierungsaufträge. Am 27. Juli sicherte sich Rocket Lab einen Vertrag der U.S. Space Force im Wert von 266 Millionen USD. Dieser umfasst 12 bis 18 suborbitale Starts, die im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms für Hyperschalltechnologien durchgeführt werden sollen. Die Missionen werden vom Pacific Spaceport Complex in Alaska starten.
Diese Verteidigungsaufträge ergänzen das bestehende Portfolio, zu dem auch ein Projekt über 515 Millionen USD für die Raketenabwehr und ein Vertrag über 816 Millionen USD für Warnsatelliten gehören. Mit einer Liquidität von über 1,2 Milliarden USD zum Ende des ersten Quartals sieht sich das Unternehmen trotz der hohen Entwicklungskosten für die Neutron-Plattform und der Cash-Burn-Raten ausreichend finanziert, um die nächsten Expansionsschritte einzuleiten.
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