Rocket Lab: 8-Milliarden-Deal mit Iridium
Rocket Lab erlebt eine ereignisreiche Woche mit Startabbruch, Militärrekord und der Ankündigung einer 8-Milliarden-Dollar-Iridium-Übernahme.

Kurz zusammengefasst
- Startabbruch kurz vor dem Abheben
- Rekordstart für US Space Force
- 8-Milliarden-Dollar-Iridium-Übernahme geplant
- Quartalsumsatz über 200 Millionen Dollar
Sekunden vor dem Start abgebrochen, eine 8-Milliarden-Dollar-Akquisition angekündigt und ein Rekord für das US-Militär aufgestellt — Rocket Lab erlebt gerade eine der turbulentesten Wochen seiner Geschichte.
Startabbruch bei Mission 92
Am Abend des 30. Juni stoppte eine automatische Abbruchsequenz den Start der Electron-Rakete auf dem Startplatz in Neuseeland. Die Mission „The Grain Goddess Provides“ sollte den Radar-Satelliten QPS-SAR-13 für den japanischen Kunden iQPS in die Umlaufbahn bringen. Rocket Lab prüft die Ursache und verweist auf verfügbare Ersatzstartfenster.
Der Rückschlag relativiert sich schnell. Rocket Lab produziert inzwischen alle elf Tage eine startbereite Electron-Rakete. Der Betrieb läuft auf einem Niveau, das Verzögerungen einzelner Missionen gut abfedert.
Rekord für das US-Militär
Nur wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen einen historischen Meilenstein gesetzt. Am 19. Juni startete Rocket Lab eine Rakete für die US Space Force — nur 16 Stunden und 42 Minuten nach dem offiziellen Startbefehl. Das übertraf den bisherigen Rekord für taktisch reaktionsfähige Raumfahrt um mehr als zehn Stunden.
Die Mission „VICTUS HAZE“ umfasste nicht nur den Start, sondern auch die Fertigung des Satelliten und den Betrieb im Orbit. Das zeigt, wie weit Rocket Lab als vertikal integrierter Anbieter mittlerweile reicht.
Am 27. Juni folgte Mission 91: Der zehnte Radar-Satellit des japanischen Unternehmens Synspective erreichte erfolgreich die Umlaufbahn. Alle zehn Starts für Synspective hat Rocket Lab durchgeführt — ohne einen einzigen Fehlschlag.
Iridium-Übernahme als Strategiewechsel
Der größte Schritt kam am 29. Juni. Rocket Lab kündigte an, den Satellitenbetreiber Iridium Communications für rund 8 Milliarden Dollar zu übernehmen — in einer Kombination aus Barmitteln und Aktien. Der Deal soll Mitte 2027 abgeschlossen werden.
Iridium bringt ein globales Satellitennetz und wertvolle Spektrumrechte mit. Rocket Lab kombiniert das mit eigener Startkapazität und Satellitenproduktion. Das Ziel: vom Raketenstart-Spezialisten zum vollintegrierten Raumfahrt- und Telekommunikationskonzern.
KeyBanc bekräftigte daraufhin seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 135 Dollar. Die Analysten sehen Rocket Lab als wichtigsten börsennotierten Vertreter der globalen Startökonomie. Im ersten Quartal 2026 überschritt das Unternehmen erstmals die Marke von 200 Millionen Dollar Quartalsumsatz — konkret 200,3 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar.
Für das zweite Quartal erwartet das Management zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz. Die Aktie notierte am 1. Juli bei rund 101,65 Dollar. Seit der Aufnahme in den Nasdaq-100 am 22. Juni ist das institutionelle Interesse spürbar gestiegen — trotz des leichten vorbörslichen Drucks nach dem Startabbruch.
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