Rocket Lab Aktie: 10,58-Prozent-Sturz trotz Rekordaufträgen
Trotz Rekordaufträgen und Nasdaq-100-Aufnahme verliert Rocket Lab an Wert, da Anleger Kapital in das SpaceX-Börsendebüt umschichten.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch trotz operativer Rekorde
- Anleger setzen auf SpaceX-Debüt
- Aktienverkaufsprogramm über Milliarden
- Aufnahme in den Nasdaq-100 Index
Rocket Lab verzeichnet Rekordaufträge und steigt in den Nasdaq-100 auf. Dennoch stürzte die Aktie am Freitag um 10,58 Prozent auf 88,70 Euro ab. Der Grund sind keine schlechten Zahlen. Anleger schichten massiv Kapital in das historische Börsendebüt von SpaceX um.
Der gesamte Raumfahrtsektor leidet unter diesem Sog. Spekulanten lösen ihre Wetten auf und finanzieren damit den Einstieg bei SpaceX. Bei Rocket Lab summiert sich das Kursplus der vergangenen zwölf Monate auf beachtliche 288 Prozent. Die Folge: massive Gewinnmitnahmen.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der immense Kapitalbedarf. Das Unternehmen hat ein Aktienverkaufsprogramm über bis zu drei Milliarden Dollar aufgelegt. Damit will das Management die neue Raketengeneration und künftige Übernahmen finanzieren. Parallel dazu trennten sich Insider zuletzt von Aktien im Wert von knapp 67 Millionen Dollar.
Volle Auftragsbücher
Operativ läuft es rund. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 63 Prozent auf rund 200 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand erreichte nach einem vertraulichen Großauftrag den Rekordwert von 2,2 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen unterzeichnete kürzlich 31 neue Startverträge. Das sind mehr Abschlüsse als im gesamten Vorjahr. Im vierten Quartal soll zudem die neue mittelschwere Neutron-Rakete ihren Erstflug absolvieren.
Nasdaq-Aufstieg als Test
Am 22. Juni steht ein wichtiger Meilenstein an. Rocket Lab rückt in den Nasdaq-100 auf. Das zwingt passive Indexfonds zum Kauf der Papiere. Die erste Reaktion fiel allerdings ernüchternd aus. Anleger nutzten die Ankündigung direkt für weitere Verkäufe.
Die Aktie testet nun wichtige charttechnische Marken. Mit dem jüngsten Rutsch fiel der Kurs fast punktgenau auf den 50-Tage-Durchschnitt von 87,42 Euro. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung der 200-Tage-Linie.
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