Rocket Lab Aktie: 11-Prozent-Absturz trotz Nasdaq-100
Rocket Lab verzeichnet trotz Nasdaq-100-Aufnahme deutliche Kursverluste. Der Börsengang von SpaceX und Gewinnmitnahmen belasten die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Nasdaq-100-Aufnahme bestätigt
- SpaceX-Debüt saugt Kapital ab
- Rekordumsatz von 200 Millionen Dollar
- Technische Unterstützung bei 87 Euro
Ein Aufnahme in den Nasdaq-100 und trotzdem fast 11 Prozent Kursverlust an einem einzigen Tag — die Woche von Rocket Lab war ein Lehrstück in Sachen Marktlogik.
Nasdaq-100-Aufnahme verpufft
Am 12. Juni 2026 bestätigte Rocket Lab die Aufnahme in den Nasdaq-100 Index. Ab dem 23. Juni ist das Unternehmen offiziell unter den 100 größten Nicht-Finanzwerten an der Nasdaq gelistet. CEO Sir Peter Beck sprach von einem „historischen Moment“ und einem Beleg für die Entwicklung vom kleinen Raumfahrtstart-up zum globalen Raumfahrtkonzern.
Die Reaktion des Marktes fiel ernüchternd aus. Vorbörslich schoss die Aktie zunächst um mehr als 8 Prozent nach oben. Dann kam der Absturz. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 88,50 Euro — ein Tagesverlust von knapp 11 Prozent, ein Wochenverlust von gut 7 Prozent.
SpaceX zieht das Kapital ab
Der eigentliche Auslöser war der Börsenstart von SpaceX. Der direkte Konkurrent debütierte am selben Tag und schloss 19,2 Prozent über seinem Ausgabepreis bei 160,95 Dollar. Die Marktbewertung: 2,1 Billionen Dollar. Das zog Kapital aus allen börsennotierten Raumfahrtwerten ab — Rocket Lab traf es besonders hart.
Hinzu kam ein klassisches „Sell the News“-Muster. Wer die Aktie in Erwartung der Nasdaq-100-Aufnahme gekauft hatte, verkaufte nach der Bestätigung. Obendrein haben Insider in den vergangenen drei Monaten Anteile im Wert von knapp 67 Millionen Dollar veräußert — ein Signal, das der Markt registriert hat.
Operative Stärke bleibt unbestritten
Die Kursschwäche steht in scharfem Kontrast zur fundamentalen Lage. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Auftragsvolumen verdoppelte sich auf 2,2 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal unterzeichnete das Unternehmen 31 neue Verträge für Electron- und HASTE-Starts. Das übertrifft die Gesamtzahl des gesamten Jahres 2025.
Der Nettoverlust lag bei 45 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Die Verluste dürften vorerst bleiben — Investitionen in die Neutron-Rakete und den Unternehmensausbau belasten die Marge.
Technisch am Limit
Trotz des Rücksetzers bleibt das Zwölf-Monats-Bild beeindruckend: Die Aktie hat seit Juni 2025 knapp 288 Prozent zugelegt. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 87,42 Euro fungiert aktuell als technische Unterstützung — die Aktie schloss knapp darüber. Hält diese Marke nicht, droht weiterer Druck.
Der strukturelle Rückenwind durch die Nasdaq-100-Aufnahme ist real. Indexfonds müssen das Papier ab dem 23. Juni kaufen. Ob das die laufenden Profitabilitätssorgen und den SpaceX-Effekt überwiegt, wird sich in den kommenden Handelswochen zeigen — spätestens mit den Q2-Zahlen.
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