Rocket Lab Aktie: 20-Prozent-Einbruch trotz NASA-Auftrag
Trotz neuer Rekorde und NASA-Aufträgen bricht der Aktienkurs von Rocket Lab um über 20 Prozent ein. Analysten sehen technisch überverkaufte Niveaus.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentlicher Kursverlust von 20 Prozent
- Erfolgreiche Missionen für Synspective und US Space Force
- Neuer NASA-Vertrag für drei Electron-Starts
- Auftragsbestand erreicht Rekordwert von 2,2 Milliarden Dollar
Drei Missionen, ein NASA-Vertrag, ein Indexaufstieg — und trotzdem bricht der Kurs um mehr als 20 Prozent ein. Bei Rocket Lab klafft die operative Stärke und die Marktreaktion dieser Woche weit auseinander.
Rekorde im All, Druck an der Börse
Am Freitag schloss die Aktie bei 74,30 Euro — ein Tagesplus von 4,80 Prozent. Das klingt nach Erholung. Auf Wochensicht steht aber ein Minus von gut 20 Prozent. Auf 30-Tage-Sicht sogar fast 43 Prozent.
Den Absturz erklärt kein einzelnes Ereignis. Marktbeobachter verweisen auf den Nasdaq-100-Aufstieg, der zum 22. Juni wirksam wurde. Klassisches Muster: Kaufen auf Erwartung, verkaufen bei Vollzug. Das Ergebnis war ein scharfer Rücksetzer in der ersten Wochenhälfte.
Operativ läuft es rund
Dabei lieferte Rocket Lab operativ auf ganzer Linie. Am 26. Juni schloss das Unternehmen die Mission „Ten Owl Of Ten“ erfolgreich ab — der zehnte Electron-Start in Folge für den japanischen Erdbeobachtungsspezialisten Synspective. Insgesamt war es der 91. Flug des Electron-Trägers und der 12. Start im laufenden Jahr.
Noch beeindruckender war die VICTUS HAZE-Mission für die U.S. Space Force am 22. Juni. Rocket Lab startete die Rakete nur 16 Stunden und 42 Minuten nach Erhalt des Startbefehls. Ein neuer Rekord für reaktionsfähige Raumfahrt.
Hinzu kommt ein frischer NASA-Auftrag. Die Behörde wählte Rocket Lab für drei dedizierte Electron-Starts im Rahmen zweier Wissenschaftsmissionen: PolSIR und TSIS-2. Die Starts sind für Anfang 2027 geplant. Der Vertrag läuft über das VADR-Programm der NASA und festigt Rocket Labs Rolle als bevorzugter Kleinträger für US-Wissenschaftsbehörden.
Zwischen Hochs und Tiefs
Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar — ein Rekordwert. Das Fundament stimmt. Dennoch notiert die Aktie rund 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro aus dem Mai. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 92,56 Euro — fast 20 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 36,8 signalisiert, dass die Aktie technisch in überverkauftem Terrain angekommen ist.
Auf Jahressicht bleibt das Bild trotzdem positiv: Seit Juli 2025 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Wer langfristig orientiert ist, sieht eine Aktie mit starker Auftragslage und bewährter Starttechnik — aber auch mit einer Volatilität von annualisierten 94 Prozent. Das ist kein Wert für schwache Nerven.
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