Rocket Lab Aktie: Auftragsbestand explodiert, Marge bremst

Rocket Lab übertrifft Umsatzerwartungen knapp, verfehlt sie beim Gewinn. Der Auftragsbestand wächst stark, doch der Ausblick trübt die Stimmung.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Raumfahrt-Ingenieurshalle in der Abenddämmerung als Symbol für Wachstum und industrielle Dynamik. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz leicht über Erwartungen
  • Gewinn verfehlt Analystenprognosen
  • Auftragsbestand steigt um 137 Prozent
  • Neues Startsystem GHOST vorgestellt

Rocket Lab hat geliefert – aber nicht überall. Beim Umsatz lag das Raumfahrtunternehmen im zweiten Quartal mit 234,1 Millionen Dollar knapp über den Erwartungen der Wall Street von 232,0 Millionen Dollar. Beim Verlust je Aktie fiel das Ergebnis mit 0,08 Dollar dagegen schwächer aus als die erwarteten 0,05 Dollar. Nachbörslich gab die Aktie daraufhin nach.

Der Umsatz-Beat war knapp, keine Überraschung mit Wow-Effekt. Aussagekräftiger ist ohnehin, woher das Wachstum kam: Fast der gesamte Zuwachs stammt aus dem Produktgeschäft – also Raumfahrtsystemen, Satelliten und Komponenten. Der Serviceumsatz, zu dem die Startdienstleistungen zählen, stagnierte nahezu. Das passt zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens, sich vom reinen Startanbieter zu einem integrierten Raumfahrtkonzern mit breiterem Systemgeschäft zu entwickeln.

Auftragsbestand als Lichtblick

Der stärkste Punkt der Zahlen war der Auftragsbestand. Er kletterte auf 2,36 Milliarden Dollar – ein Plus von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das signalisiert Vertrauen der Kunden in die langfristige Kapazität von Rocket Lab, auch wenn sich das noch nicht eins zu eins in der laufenden Marge widerspiegelt.

Denn genau dort liegt der Haken im Ausblick: Rocket Lab stellt für das kommende Quartal zwar erneut einen Rekordumsatz in Aussicht, rechnet aber gleichzeitig mit einem deutlichen Margenrückgang. Ein veränderter Umsatzmix und steigende Kosten im Zusammenhang mit der Neutron-Rakete gelten als mögliche Gründe. Das Ergebnis je Aktie bleibt bei Rocket Lab ohnehin ein unscharfes Signal – hohe Entwicklungs-, Akquisitions- und aktienbasierte Vergütungskosten verzerren das Bild stärker als bei etablierten Industrieunternehmen.

Neues Startsystem für Sondermissionen

Parallel zu den Zahlen hat Rocket Lab mit GHOST ein neues, containerbasiertes Startsystem vorgestellt. Es soll Electron- und HASTE-Raketen weltweit einsatzfähig machen – konzipiert für kurzfristige, sicherheitsrelevante Missionen. Die erste Anlage entsteht in Kodiak, Alaska, mit zwei zusätzlichen Startrampen. Damit würde sich die Zahl der von Rocket Lab betriebenen Startplätze auf sechs erhöhen, verteilt über zwei Hemisphären. Der erste suborbitale Start des Systems soll 2027 von Alaska aus erfolgen.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Das Produktgeschäft wächst kräftig, der Auftragsbestand liefert Rückenwind für die kommenden Jahre. Der angekündigte Margendruck im laufenden Quartal dürfte jedoch zunächst im Vordergrund stehen, bis sich zeigt, wie stark die Neutron-Kosten tatsächlich durchschlagen.

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Rocket Lab Aktie

50,84 USD

– 4,41 USD -7,98 %
KGV —
KUV 56,86
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
Ø Kursziel 106,57 USD
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

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