Rocket Lab Aktie: CEO verkauft für 94 Millionen Dollar

Rocket Lab verzeichnet deutliche Kursverluste nach massiven Aktienverkäufen durch CEO Peter Beck. Analysten sehen Belastung für die Anlegerstimmung.

Felix Baarz ·
Rocket Lab Aktie

Kurz zusammengefasst

  • CEO Peter Beck verkauft Aktien im Wert von 94 Millionen Dollar
  • Kurs fällt um 19 Prozent in fünf Handelstagen
  • Iridium-Übernahme wirft Fragen zur Finanzierung auf
  • Aktie nähert sich überverkauftem Niveau

Fünf rote Handelstage in Folge. Ein Kursverlust von rund 19 Prozent. Und mittendrin: der eigene CEO, der Aktien im Wert von fast 94 Millionen Dollar verkauft. Rocket Lab durchlebt gerade eine der schärfsten Korrekturen seit Monaten.

Am Dienstag stabilisiert sich die Aktie bei 68,50 Euro, ein Plus von 1,33 Prozent nach dem Montagsschluss bei 67,60 Euro. Die Erholung wirkt allerdings mager angesichts dessen, was vorausging. Auf Monatssicht steht ein Minus von 27,44 Prozent zu Buche, rund 12 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sind in der Verkaufswelle verschwunden.

Ein hausgemachtes Problem

Der breite Markt liefert keine Erklärung für den Absturz. Der S&P 500 legte im selben Zeitraum um 1,2 Prozent zu. Rocket Lab kämpft also mit einem eigenen Problem, nicht mit einer Marktschwäche.

Ein Blick auf die Fundamentaldaten zeigt den Widerspruch, der Anleger derzeit umtreibt. Der Umsatz wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um 45,8 Prozent, weit über dem Branchenschnitt des S&P 500 von 7,5 Prozent. Die operative Marge liegt jedoch bei minus 33,2 Prozent, verglichen mit einem Medianwert von 18,4 Prozent im Index. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von minus 268,7 spiegelt diese Diskrepanz zwischen Wachstum und Profitabilität wider.

Der CEO verkauft, und zwar deutlich

Was den Ausverkauf zusätzlich befeuert: Insider-Verkäufe in großem Stil. Der Equatorial Trust, eine Familienstiftung von CEO Peter Beck, verkaufte zwischen dem 6. und 8. Juli insgesamt 3.275.779 Aktien über mehrere Transaktionen am offenen Markt.

Beck selbst veräußerte am 6. Juli zusätzlich 986.197 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 95,33 Dollar. Der Gesamtwert dieser Transaktion: rund 94 Millionen Dollar. Über die vergangenen 90 Tage summieren sich die Insider-Verkäufe bei Rocket Lab auf etwa 896 Millionen Dollar, mit Beck als Hauptverkäufer.

Die Verkäufe laufen zwar automatisch über einen im März 2026 eingerichteten Rule-10b5-1-Handelsplan, sind also vorab festgelegt und nicht spontan. Trotzdem werten Marktbeobachter die schiere Größenordnung als Belastung für die Stimmung. Ein Signal, das Zweifel an der kurzfristigen Bewertung nähren kann, selbst wenn die rechtliche Struktur der Verkäufe unauffällig bleibt.

Iridium-Deal bringt eigene Risiken mit

Der Kursrutsch fällt in eine Phase, die eigentlich von strategischen Erfolgen geprägt sein sollte. Rocket Lab hatte die milliardenschwere Übernahme von Iridium Communications angekündigt, ein Deal mit einem Volumen von 8 Milliarden Dollar in Aktien. Damit will das Unternehmen Trägerraketen, Satellitenbau und Weltraumkommunikation unter einem Dach bündeln.

Hinzu kommt ein operativer Erfolg: Die VICTUS-HAZE-Mission für die US Space Force lief nach Unternehmensangaben rekordverdächtig und unterstreicht Rocket Labs Rolle bei sicherheitsrelevanten Schnelleinsätzen. Diese Erfolgsmeldungen konnten den Kurs bislang aber nicht stützen.

Der Grund dafür liegt im Kleingedruckten des Iridium-Deals. Die Übernahme erfordert eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden Dollar. Das wirft Fragen auf, wie künftige Kapitalerhöhungen die Anteile bestehender Aktionäre verwässern könnten.

Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Die Aktie notiert derzeit rund 27,5 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 94,50 Euro, hält sich aber nahe am 200-Tage-Durchschnitt von 67,25 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, erreicht am 27. Mai 2026, liegt inzwischen fast 49 Prozent entfernt. Der RSI von 35,6 deutet auf eine Annäherung an überverkaufte Zonen hin.

Trotz des heftigen Rückgangs bleibt die Aktie über die vergangenen zwölf Monate mit 84,14 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn stehen 5,38 Prozent zu Buche. Diese Diskrepanz zwischen langfristiger Wertentwicklung und kurzfristigem Absturz fasst zusammen, was Rocket Lab derzeit ausmacht: ein Unternehmen mit hohem Wachstumstempo, das gleichzeitig mit Profitabilitätsdruck, Integrationsrisiken aus dem Iridium-Deal und einer angeschlagenen Anlegerstimmung kämpft.

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Rocket Lab Aktie

76,00 EUR

– 3,50 EUR -4,40 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 51,44 Mrd. EUR
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

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