Rocket Lab Aktie: Iridium-Abstimmung am 24. September

Rocket Lab verliert deutlich an Wert, erhält jedoch neue Kaufurteile. Die geplante Iridium-Abstimmung bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Raumfahrtanlage mit atmosphärischer Beleuchtung und technischer Präzision. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert binnen Monatsfrist 23 Prozent
  • ARK stockt Rocket-Lab-Position Ende August auf
  • Neue Kaufurteile nennen 80 und 83 Dollar
  • Iridium-Abstimmung für 24. September angesetzt

Ein Kurssturz binnen Monatsfrist, eine Milliarden-Übernahme in der Schwebe, und mittendrin Cathie Wood, die kräftig zukauft. Für mich ergibt sich aus diesen Puzzleteilen ein Bild, das optimistischer ausfällt, als es der Chart derzeit hergibt.

Der Kurs spricht eine andere Sprache als die Fundamentaldaten

Mit 54,50 Euro schloss Rocket Lab am Freitag, ein Plus von 2,1 Prozent auf Tagessicht. Der Zugewinn kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktie auf Monatssicht rund 23 Prozent verloren hat und inzwischen deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 62,17 Euro notiert.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro, erreicht Ende Mai, trennen das Papier fast 60 Prozent. Ein RSI von 37,8 signalisiert zudem, dass der Markt in den vergangenen Wochen deutlich mehr verkauft als gekauft hat. Wer nur auf den Chart schaut, sieht einen Wert im freien Fall.

Doch genau hier beginnt für mich die interessante Divergenz: Während der Kurs schwächelt, mehren sich die Signale, dass professionelle Investoren und das Management selbst an die Story glauben.

ARK kauft, während andere verkaufen

Ende August und Anfang September hat Cathie Woods ARK Investment Management ihre Rocket-Lab-Position aufgestockt. Ein solcher Schritt in einer Phase fallender Kurse ist bemerkenswert – ARK kauft typischerweise antizyklisch, wenn die eigene These trotz Kursschwäche intakt bleibt. Für mich ist das ein Hinweis darauf, dass institutionelle Anleger mit langem Atem die aktuelle Schwäche als Einstiegsgelegenheit lesen, nicht als Warnsignal.

Parallel dazu hat CFO Adam Spice Anfang September rund 140.000 Aktienoptionen ausgeübt und die resultierenden Aktien umgehend veräußert, zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 62,63 Dollar. Das klingt zunächst nach einem Warnsignal aus der Chefetage.

Bei genauerem Hinsehen handelt es sich jedoch um eine Transaktion im Rahmen eines bereits im Juni aufgesetzten 10b5-1-Handelsplans – also um planmäßiges Portfoliomanagement, kein spontanes Misstrauensvotum. Diesen Unterschied sollten Anleger nicht überlesen.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Anfang September hat Raymond-James-Analyst Brian Gesuale die Coverage für Rocket Lab mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 80 Dollar aufgenommen.

Wenige Tage zuvor war bereits Berenberg mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 83 Dollar gestartet, begründet mit sinkenden Startkosten, einem erwarteten Weltraummarkt von über einer Billion Dollar bis 2030 und einer vertikalen Integration, die sich aus Sicht der Analysten kaum kopieren lässt.

Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau – ein Umstand, der die Diskrepanz zwischen operativer Einschätzung und Marktpreis zusätzlich unterstreicht.

Die Iridium-Frage bleibt der große Unsicherheitsfaktor

Der eigentliche Hemmschuh für die Aktie dürfte weniger im operativen Geschäft liegen als in der schwebenden Acht-Milliarden-Dollar-Übernahme von Iridium. Für den 24. September ist eine Aktionärsabstimmung von Iridium über den Deal angesetzt.

Zusätzliche Unsicherheit brachte Ende August ein Vorstoß von SpaceX, das die US-Regulierungsbehörde FCC aufforderte, das Verhalten von Iridium während der Prüfung der Übernahme genauer zu untersuchen.

SpaceX sprach dabei von einer „gut dokumentierten Geschichte wettbewerbsfeindlicher Attacken“ Iridiums – ein Vorwurf, der die Genehmigung verzögern könnte, ohne dass daraus zwingend ein Scheitern der Transaktion folgt.

Operativ liefert Rocket Lab unterdessen weiter ab: Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit Umsätzen zwischen 250 und 265 Millionen Dollar, bei einem operativen Verlust auf EBITDA-Basis von 17 bis 23 Millionen Dollar. Das ist kein Gewinnausweis, aber ein Wachstumspfad, der zur ambitionierten Bewertung passt.

Mein Fazit

Unterm Strich sehe ich in der aktuellen Kursschwäche eher eine Frage der Nerven als der Substanz. Die Kombination aus institutionellem Zukauf, frischen Analysten-Kaufempfehlungen mit deutlichem Aufwärtspotenzial und einem soliden operativen Fahrplan spricht gegen eine fundamentale Neubewertung nach unten.

Der wahre Belastungsfaktor bleibt die Iridium-Transaktion – bis zur Aktionärsabstimmung Ende September dürfte die Unsicherheit den Kurs weiter belasten, unabhängig davon, wie gut das operative Geschäft läuft.

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Rocket Lab Aktie

59,10 USD

+ 0,50 USD +0,85 %
KGV —
KUV 56,86
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
Ø Kursziel 102,15 USD
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

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