Rocket Lab Aktie: Neutron-Start verschoben auf Q4 2026

Rocket Lab erholt sich leicht von starken Kursverlusten. Trotz Rekordumsatz und Milliardenaufträgen belasten verschobener Neutron-Start und SpaceX-Hype den Titel.

Andreas Sommer ·
Rocket Lab Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursplus nach 30-tägigem Abwärtstrend
  • Rekordumsatz von über 200 Millionen Dollar
  • Neutron-Debüt auf viertes Quartal verschoben
  • Insider verkauften Aktien im Wert von Millionen

Die Aktie von Rocket Lab zeigt am Dienstag ein anderes Bild als in den Wochen zuvor. Nach einem der heftigsten Ausverkäufe der jüngeren Handelsgeschichte legt der Titel um 3,14 Prozent zu und notiert bei 59,20 Euro. Der Rebound kommt nicht von ungefähr: In den vergangenen 30 Tagen hatte die Aktie 32,57 Prozent verloren, der Relative-Stärke-Index von 31,7 signalisiert eine überverkaufte Marktlage. Wer die Entwicklung der vergangenen Wochen verfolgt hat, weiß, dass diese Erholung allein noch keine Trendwende bedeutet.

Rekordumsatz trifft auf Vertrauensverlust

Das operative Bild bei Rocket Lab ist eigentlich robust. Im ersten Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 200,35 Millionen US-Dollar, ein Plus von 63,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten. Der Verlust je Aktie lag bei 0,07 US-Dollar und traf damit den Konsens exakt. Die Bruttomarge erreichte mit 38 Prozent einen Rekordwert, der Auftragsbestand summierte sich auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen US-Dollar sowie eine Bruttomarge von 38 bis 40 Prozent in Aussicht.

Trotzdem rutschte die Aktie im Monatsverlauf um mehr als 37 Prozent ab. Ein Grund: Das für Investoren wichtige Debüt der neuen Trägerrakete Neutron wurde auf das vierte Quartal 2026 verschoben. Zugleich hatte der nachlassende Hype um den Börsengang von SpaceX, der im Juni mit einer Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar und einem Emissionserlös von mindestens 75 Milliarden US-Dollar an die Börse ging, ganze Weltraumwerte unter Druck gesetzt. Rocket Lab verlor laut Marktbeobachtungen rund 11 Prozent seit dem Handelsfenster der SpaceX-Notierung Mitte Juni und in der Spitze bis zu 39 Prozent gegenüber seinem Hoch. Das Unternehmen selbst hat im Betrachtungszeitraum 88 Raketenstarts durchgeführt.

Milliardenauftrag und Iridium-Deal ändern wenig an der Stimmung

Auch positive Unternehmensnachrichten konnten den Abwärtstrend zuletzt nicht stoppen. Rocket Lab gehört zu den sieben Unternehmen, die im Rahmen des NSSL-Phase-3-Lane-1-Programms der US-Weltraumstreitkräfte berücksichtigt wurden; die Auftragsobergrenze für dieses Programm wurde um 11,4 Milliarden auf insgesamt 17 Milliarden US-Dollar angehoben. Dennoch fiel die Aktie am Tag der Bekanntgabe um 2,7 Prozent auf ein Dreimonatstief.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die angekündigte Übernahme von Iridium für 8 Milliarden US-Dollar, mit der sich Rocket Lab vertikal stärker integrieren und im Wettbewerb mit Starlink positionieren will. Iridium kommt auf einen Jahresumsatz von 872 Millionen US-Dollar, verglichen mit den 11,4 Milliarden US-Dollar von SpaceX. Rocket Lab wird derzeit mit dem 54- bis 55-Fachen des Umsatzes bewertet, während SpaceX nahe dem 100-Fachen liegt – bei SpaceX selbst sorgt zudem der Auslauf der Lock-up-Frist am 6. August für Unsicherheit, wenn rund 911,5 Millionen Aktien im Wert von etwa 109,2 Milliarden US-Dollar handelbar werden.

Insiderverkäufe und gespaltene Prognosen

Parallel zur schwachen Kursentwicklung fällt auf, dass Rocket-Lab-Insider in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Wert von 362,8 Millionen US-Dollar verkauft haben. Firmenchef Peter Beck veräußerte zwischen dem 6. und 8. Juli über einen automatisierten Handelsplan rund 1,3 Millionen Aktien zu Kursen zwischen 82 und 102 US-Dollar. Weitere Führungskräfte, darunter Finanzchef Adam Spice und Direktor Alexander Slusky, trennten sich im Mai und Juni ebenfalls von größeren Aktienpaketen.

Auf der institutionellen Seite zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Schweizerische Nationalbank stockte ihre Position im ersten Quartal um 17,8 Prozent auf über 1,41 Millionen Aktien auf, der Pensionsfonds CalPERS erhöhte seinen Bestand um 8,6 Prozent auf rund 796.000 Aktien. Andere Adressen wie Amova Asset Management bauten ihre Position hingegen leicht ab.

An den Wettmärkten dominiert derweil Skepsis: Auf der Plattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie im Juli auf 64 US-Dollar fällt, zeitweise bei 88 Prozent – wobei die Community bei vergangenen Wetten nur in 28,6 Prozent der Fälle richtiglag. Auf der Community-Plattform Reddit ist die Stimmung gegenüber Rocket Lab laut AOL binnen weniger Wochen von einem Sentiment-Wert von 85 auf 18 eingebrochen. Analysten sehen die Lage insgesamt freundlicher: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 110,18 US-Dollar, was einem deutlichen Aufschlag zum aktuellen Kursniveau entspräche. Wie belastbar diese Einschätzung ist, dürfte sich erst am geplanten Neutron-Debüt im vierten Quartal 2026 zeigen.

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Rocket Lab Aktie

76,00 EUR

– 3,50 EUR -4,40 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 51,44 Mrd. EUR
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

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