Rocket Lab Aktie: SpaceX-IPO löst Kapitalrotation aus
Rocket Lab verzeichnet trotz Nasdaq-100-Aufnahme und starkem Umsatzwachstum einen Wochenverlust von über sieben Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Nasdaq-100-Aufnahme am 12. Juni
- Wochenverlust von über sieben Prozent
- SpaceX-IPO lenkt Kapital um
- Umsatz steigt um 63,5 Prozent
Aufnahme in den Nasdaq-100 — und trotzdem ein Wochenverlust von über sieben Prozent. Rocket Lab erlebte eine Woche voller Widersprüche. Der Kurs schloss am Freitag bei 88,70 Euro, ein Tagesverlust von fast elf Prozent.
Sell the News: Nasdaq-100-Aufnahme verpufft
Am 12. Juni bestätigte Rocket Lab die Aufnahme in den Nasdaq-100. Ab dem 23. Juni 2026 zählt das Unternehmen zu den 100 größten Nicht-Finanzwerten an der Nasdaq. CEO Sir Peter Beck sprach von einem „historischen Moment“ für das Unternehmen.
Die Reaktion der Märkte war zunächst euphorisch. Im vorbörslichen Handel stieg die Aktie um mehr als acht Prozent. Dann kam die Ernüchterung. Wer auf die Ankündigung gesetzt hatte, verkaufte — und drückte den Kurs noch am selben Morgen ins Minus.
SpaceX-IPO dreht die Kapitalflüsse um
Den stärksten Druck erzeugte der Börsengang von SpaceX. Das Unternehmen strebte eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an und plante, Aktien zu 135 Dollar auszugeben. Das Volumen: rund 75 Milliarden Dollar.
Bis zum Handelsstart von SpaceX hatten viele Investoren Rocket Lab als Proxy für das Segment genutzt. Mit dem echten SpaceX-Papier auf dem Markt entfiel dieser Grund. Das Kapital rotierte. Rocket Lab verlor am Freitag fast zehn Prozent — das war noch der kleinste Rückgang im Sektor. Virgin Galactic büßte 24 Prozent ein, Intuitive Machines 15 Prozent, Redwire 14 Prozent.
Starke Zahlen, aber Verluste bleiben
Das operative Bild ist dabei gar nicht schlecht. Im ersten Quartal erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,35 Millionen Dollar — 63,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und deutlich über den Erwartungen. Der Auftragsbestand verdoppelte sich auf 2,2 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz.
Allein im ersten Quartal unterzeichnete Rocket Lab 31 neue Electron- und HASTE-Verträge — mehr als im gesamten Jahr 2025. Das Wachstum ist real.
Allerdings schreibt das Unternehmen weiter rote Zahlen. Die Investitionen in die Neutron-Rakete und die Expansion des Space-Systems-Geschäfts weiten die EBITDA-Verluste aus. Das erklärt einen Teil der Kursvulnerabilität.
Insider verkaufen, Analysten bleiben bullish
Hinzu kommt: Vier Insider verkauften nach dem Kursanstieg Aktien im Wert von rund 18 Millionen Dollar. Über die vergangenen drei Monate summierten sich die Insiderverkäufe auf knapp 67 Millionen Dollar. Kein Alarmsignal für sich genommen — aber psychologisch belastend für eine Aktie, die bereits deutlich über den meisten Kurszielen notiert.
Stifel-Analyst Erik Rasmussen hob sein Kursziel zuletzt auf 132 Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Von 16 Analysten trägt Rocket Lab insgesamt ein Kaufvotum. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 133,80 Euro, der aktuelle Kurs liegt fast 34 Prozent darunter — knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 87,42 Euro.
Die Nasdaq-100-Aufnahme bringt ab dem 22. Juni strukturelle Käufe durch Indexfonds. Ob das ausreicht, um die Kapitalrotation aus dem Sektor zu kompensieren, hängt davon ab, wie stark SpaceX Investorenkapital dauerhaft bindet.
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