Rocket Lab Aktie: Übernahme von Iridium geplant

Rocket Lab steigert Umsatz und Auftragsbestand deutlich, doch Neutron-Verzögerung und Iridium-Deal belasten weiterhin die Kursentwicklung.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung eines Satelliten im Weltraum vor einem atmosphärischen Hintergrund, symbolisch für Luft- und Raumfahrt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 95. Electron-Mission erfolgreich absolviert
  • Quartalsumsatz steigt auf 234 Millionen Dollar
  • Auftragsbestand erreicht 2,36 Milliarden Dollar
  • Iridium-Abstimmung für 24. September geplant

Ein Kurssprung von 2,1 Prozent auf 54,50 Euro am Freitag wirkt auf den ersten Blick wie eine Randnotiz. Für mich ist er aber ein interessantes Signal, denn er kam an einem Tag mit gleich mehreren positiven Nachrichten – und trotzdem bleibt die Aktie tief im roten Bereich der letzten Monate. Genau dieser Widerspruch zwischen operativer Dynamik und Kursverlauf ist für mich derzeit die entscheidende Frage bei Rocket Lab.

Ein starker Nachrichtentag als Kontrapunkt

Am Freitag gelang Rocket Lab die 95. Electron-Mission überhaupt und die 16. des laufenden Jahres – ein Start unter dem Namen „Happily Ever Faster“ von Launch Complex 1 in Neuseeland, der einen Erdbeobachtungssatelliten in eine 500-Kilometer-Umlaufbahn brachte.

Parallel dazu initiierte Raymond-James-Analyst Brian Gesuale die Coverage mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 80 US-Dollar; er sieht in Rocket Lab ein vertikal integriertes Raumfahrtunternehmen, das von Trägerraketen über Raumfahrzeuge bis zu optischer Kommunikation reicht. Das ist für mich mehr als Kosmetik – es beschreibt ein Geschäftsmodell mit mehreren Standbeinen, das nicht allein am Erfolg einzelner Starts hängt.

Dass die Aktie darauf nur moderat reagierte, spricht meines Erachtens dafür, dass der Markt diese Nachrichten bereits in Teilen antizipiert hatte oder aber, dass übergeordnete Sorgen um Risiko und Bewertung derzeit stärker wiegen als einzelne positive Meldungen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Wer die operative Substanz betrachtet, findet wenig Anlass zur Sorge. Im zweiten Quartal erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 234 Millionen US-Dollar, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Auftragsbestand wuchs auf ein Rekordniveau von 2,36 Milliarden US-Dollar, und für das dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht. Hinzu kommen milliardenschwere Einzelaufträge des US Space Force sowie Satellitenbau-Mandate von Viasat – ein Auftragsportfolio, das nach meinem Eindruck deutlich breiter geworden ist als noch vor einem Jahr.

Und dennoch: Der Kurs notiert 23 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen und liegt 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro. Diese Diskrepanz zwischen Wachstumszahlen und Kursverlauf lässt sich für mich nur mit einem Vertrauensproblem erklären – möglicherweise genährt durch die Verschiebung des ersten Neutron-Starts, die von Analysten als zentrales Ausführungsrisiko benannt wird.

Die Iridium-Übernahme als zweiter Prüfstein

Neben Neutron bleibt die für rund 8 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien geplante Übernahme von Iridium Communications ein entscheidender Faktor. Die Iridium-Aktionäre sollen am 24. September über die Transaktion abstimmen, der Abschluss wird für Mitte 2027 angepeilt.

Ein Deal dieser Größenordnung verändert das Risikoprofil von Rocket Lab spürbar – gelingt die Integration, entsteht ein Unternehmen mit deutlich breiterer Satelliteninfrastruktur; scheitert sie an regulatorischen oder finanziellen Hürden, dürfte das die ohnehin fragile Kursstimmung weiter belasten.

Bemerkenswert finde ich auch, dass CFO Adam Spice Anfang September Aktien im Wert von rund 8,8 Millionen US-Dollar verkaufte – im Rahmen eines im Juni aufgesetzten automatischen Handelsplans. Das ordne ich als routinemäßige Portfoliobewegung ein, nicht als Warnsignal, zumal solche Pläne meist lange im Voraus festgelegt werden.

Mein Fazit

Unterm Strich sehe ich bei Rocket Lab ein Unternehmen, dessen operative Kennzahlen – Umsatzwachstum, Auftragsbestand, neue Verträge – kontinuierlich nach oben zeigen, während der Kurs unter technischem Druck steht: Mit einem RSI von 37,8 und einem Abstand von 22 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt befindet sich die Aktie in einer klar angeschlagenen Verfassung.

Für mich überwiegt langfristig die fundamentale Stärke, doch kurzfristig dürfte die Unsicherheit um Neutron und die Iridium-Transaktion die Kursfindung weiter erschweren. Wer an die vertikale Integrationsstrategie glaubt, für den könnte die aktuelle Schwäche eine Bewährungsprobe sein – keine Entwarnung, aber auch kein Grund zur Panik.

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Rocket Lab Aktie

65,71 USD

– 2,50 USD -3,67 %
KGV —
KUV 56,86
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 41,38 Mrd. USD
Ø Kursziel 106,57 USD
ISIN: US7731211089 WKN: A419CG

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