Rocket Lab: SpaceX-IPO am 12. Juni

Rocket Lab verzeichnet deutliche Kursverluste vor dem SpaceX-Börsengang. Operativ starke Auftragslage steht kurzfristigen Marktrisiken gegenüber.

Felix Baarz ·
Rocket Lab USA Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Wöchentlicher Kursrückgang von über 23 Prozent
  • SpaceX-IPO am 12. Juni als Stimmungsfaktor
  • Rekord-Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar
  • Insiderverkäufe nahe dem Rekordhoch

Rocket Lab steht vor einer Woche, in der die Aktie weniger vom eigenen Tagesgeschäft als vom gesamten Weltraum-Sektor getrieben wird. Der geplante Börsenstart von SpaceX rückt näher — und zieht Erwartungen, Bewertungen und Nervosität auf sich. Für Rocket Lab ist das heikel: Die Aktie kommt aus einer starken Rally, wurde zuletzt aber hart abverkauft.

Am Freitag schloss Rocket Lab bei 110,08 Dollar, ein Minus von 8,23 Prozent am Tag und 23,28 Prozent auf Wochensicht. Der Rückschlag wirkt scharf, löscht die vorherige Stärke aber nicht aus: Seit Jahresanfang liegt der Titel weiterhin 44,86 Prozent im Plus.

SpaceX wird zum Taktgeber

Am 12. Juni soll SpaceX an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX starten. Die geplante Bewertung liegt bei mindestens 1,8 Billionen Dollar. Damit wäre der Börsengang der größte der Geschichte.

Für Rocket Lab ist das mehr als eine Branchenmeldung. Ein starker Start von SpaceX könnte zeigen, dass der Markt weiter bereit ist, hohe Bewertungen für kommerzielle Raumfahrt zu zahlen. Ein schwacher Auftakt würde dagegen den Druck auf kleinere Weltraumwerte verlängern.

Genau diese Unsicherheit belastet den Sektor. Rocket Lab fällt nicht wegen einer neuen operativen Enttäuschung, sondern wegen einer Neubewertung des Umfelds. Die Aktie handelt weiter deutlich über langfristigen Durchschnittslinien, der Abstand zum Rekordhoch von 151,00 Dollar ist nach dem jüngsten Rücksetzer aber spürbar gewachsen.

Der RSI von 46,6 signalisiert keine überhitzte Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 137,11 Prozent zeigt jedoch, wie aggressiv die Schwankungen inzwischen ausfallen. Kein Wunder, dass kurzfristige Nachrichten im Sektor sofort durchschlagen.

Blue Origin erhöht die Nervosität

Auslöser für den ersten Stimmungsbruch war der fehlgeschlagene Hotfire-Test der New-Glenn-Rakete von Blue Origin am 28. Mai in Cape Canaveral. Die Rakete explodierte während des Tests. Satelliten waren nicht an Bord, Mitarbeiter kamen nicht zu Schaden.

Am folgenden Handelstag traf die Reaktion mehrere Raumfahrtwerte. Rocket Lab verlor 6 Prozent, AST SpaceMobile brach um 17 Prozent ein, Planet Labs gab 8 Prozent nach. Danach setzte sich der Verkaufsdruck bei Rocket Lab fort.

Der Vorfall betrifft Rocket Lab operativ nicht direkt. Er erinnert den Markt aber an die besondere Logik der Branche: Raumfahrttechnik hat geringe Fehlertoleranzen, und technische Probleme werden schnell zu Bewertungsrisiken für das gesamte Segment.

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Fundament bleibt stärker als der Kurs

Operativ steht Rocket Lab nicht ohne Rückenwind da. Nach den Ergebnissen für das erste Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Rekord-Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar. Der Quartalsumsatz lag bei rund 200 Millionen Dollar.

Wichtig ist die Struktur dahinter. Das Segment Space Systems trägt inzwischen mehr bei als das traditionelle Startgeschäft. Rocket Lab entwickelt sich damit stärker zu einem integrierten Raumfahrtanbieter statt zu einem reinen Raketenbetreiber.

Im Mai kam ein Auftrag der US Space Force über 90 Millionen Dollar hinzu. Rocket Lab soll zwei geostationäre Satelliten bauen und betreiben. Der Auftrag markiert den Einstieg in den GEO-Markt und stärkt die Rolle im Verteidigungsgeschäft.

Noch größer ist der Beitrag der Space Development Agency. Rocket Labs Lösung für die Tracking-Layer-Tranche-3-Konstellation hat die System Requirements Review bestanden und dient nun als technische Basis des Programms. Ein Auftrag über 816 Millionen Dollar kommt zu einem früheren Zuschlag über 515 Millionen Dollar; zusammen liegt das SDA-Volumen bei mehr als 1,3 Milliarden Dollar.

Insiderverkäufe sorgen für Stirnrunzeln

Parallel zum Kursrückgang rückten Insidertransaktionen in den Blick. Direktor Alexander Slusky verkaufte am 28. Mai insgesamt 60.000 Aktien. Das Volumen lag bei rund 9,0 Millionen Dollar.

Die Verkaufspreise lagen zwischen 149,10 und 150,00 Dollar und damit nahe am damaligen Hoch. Wenige Tage später folgte ein weiterer Verkauf: Am 2. Juni gab Slusky 40.000 Aktien zu 123,60 Dollar ab.

In Summe verkaufte Slusky 100.000 Aktien für rund 13,9 Millionen Dollar. Auch President Marvin Clevenger, COO Frank Klein und General Counsel Arjun Kampani reduzierten Bestände. Die Verkäufe liefen über vorab festgelegte 10b5-1-Pläne.

Solche Programme sollen den Vorwurf opportunistischen Timings vermeiden. Die Häufung nahe dem Rekordniveau bleibt für den Markt dennoch ein sensibles Signal, besonders nach einer Phase extremer Kursgewinne.

Am 10. Juni steht für Rocket Lab die suborbitale „Curveball“-Mission vom Wallops Island in Virginia an, Teil des HASTE-Programms für Regierungs- und Nachrichtendienstkunden. Zwei Tage später folgt der geplante SpaceX-Börsenstart. Diese Kombination macht die Woche zum Belastungstest: Rocket Lab bringt operative Verteidigungsfantasie mit, der Kurs hängt kurzfristig aber stark daran, ob der Markt die SpaceX-Bewertung akzeptiert.

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Rocket Lab USA Aktie

90,76 USD

+ 2,86 USD +3,25 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 46,25 Mrd. USD
ISIN: US7731221062 WKN: A419CG

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