Rocket Lab USA Aktie: 18 HASTE-Missionen für die Space Force
Trotz eines 266-Millionen-Dollar-Auftrags der Space Force verliert die Rocket-Lab-Aktie an Wert. Das Unternehmen treibt parallel Expansion und Übernahme voran.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert trotz Milliardenauftrag
- Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte
- Übernahme von Iridium für 8 Milliarden
- Neutron-Rakete startet Ende 2026
Trotz der Sicherung eines massiven neuen Großauftrags durch die U.S. Space Force geriet die Aktie von Rocket Lab gestern unter Verkaufsdruck. Das Papier verlor am Dienstag im Handelsverlauf 4,56 Prozent und schloss bei 63,89 US-Dollar. Die Kursreaktion steht im Kontrast zu den operativen Fortschritten des Raumfahrtunternehmens, das derzeit an mehreren Fronten seine Marktposition massiv ausbaut. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert der Wert nun rund 57,69 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Mai bei 151,00 US-Dollar markiert wurde.
Expansionskurs in Alaska und Hyperschall-Missionen
Der jüngste Vertrag mit der Space Force umfasst ein Volumen von 266 Millionen US-Dollar und ist der bisher größte Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens. Er sieht den Start von bis zu 18 suborbitalen Missionen vor, wobei zwölf Starts fest vereinbart sind und Optionen für sechs weitere bestehen. Die Missionen sollen über das HASTE-Programm abgewickelt werden und dienen primär der Unterstützung des Raketenabwehrsystems „Golden Dome“.
Ein zentraler Bestandteil dieser Vereinbarung ist die Nutzung eines neuen Startplatzes im Pacific Spaceport Complex in Kodiak, Alaska. Die ersten Starts von diesem Standort aus sind für Ende 2026 geplant. Das HASTE-System von Rocket Lab ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von bis zu 700 Kilogramm mit Geschwindigkeiten zwischen Mach 3 und Mach 7,5 zu befördern. Bereits im März hatte das Unternehmen einen Auftrag des Verteidigungsministeriums über 190 Millionen US-Dollar für Hyperschall-Tests erhalten, was die wachsende Bedeutung des Konzerns für nationale Sicherheitsmissionen unterstreicht.
Strategische Übernahme und die Neutron-Rakete
Neben dem Neugeschäft mit staatlichen Stellen treibt das Unternehmen seine langfristige Wachstumsstrategie durch die geplante Übernahme von Iridium Communications voran. Die Akquisition hat ein Volumen von rund 8 Milliarden US-Dollar und soll Rocket Lab Zugang zu einem globalen Netzwerk von 66 Satelliten sowie über 2,5 Millionen Abonnenten verschaffen. Medienberichten zufolge soll der Deal bis Mitte 2027 abgeschlossen sein und das Geschäftsmodell um wiederkehrende Umsätze im Bereich Internet der Dinge (IoT) und Direkt-zu-Gerät-Kommunikation erweitern.
Parallel dazu bereitet Rocket Lab das Debüt seiner neuen Trägerrakete Neutron vor, deren Erstflug für das vierte Quartal 2026 anvisiert wird. Die Analysten von Citizens bekräftigten jüngst ihre Einstufung mit „Market Outperform“ und einem Kursziel von 130 US-Dollar. Sie sehen in der Neutron-Entwicklung und dem Iridium-Deal wesentliche Treiber für eine künftige Neubewertung. Dennoch belasten derzeit Sorgen über eine mögliche Kapitalverwässerung durch die Milliardenübernahme sowie Berichte über Aktienverkäufe durch CEO Peter Beck die Stimmung am Kapitalmarkt.
Marktstimmung und regulatorische Impulse
Der gestrige Kursrückgang von Rocket Lab ist zudem im Kontext eines breiteren Ausverkaufs im Raumfahrtsektor zu sehen. Auch Wettbewerber wie SpaceX und AST SpaceMobile verzeichneten deutliche Einbußen. Bei SpaceX belastet insbesondere das bevorstehende Ende einer Haltefrist für Aktien Anfang August den Markt. Zudem meldete Rocket Lab für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 zwar einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen US-Dollar – ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr –, blieb jedoch bei den jüngsten Ergebnissen teilweise hinter den Gewinnerwartungen zurück.
Positive Signale kommen derweil von regulatorischer Seite. Die US-Regierung plant Berichten zufolge, die Genehmigungsverfahren für kommerzielle Raketenstarts deutlich zu beschleunigen. Die Federal Aviation Administration (FAA) prüft derzeit Vorschläge, bestimmte Umweltprüfungen auszusetzen, um die Zahl der jährlichen Starts bis zum Jahr 2036 von aktuell 214 auf über 500 zu steigern. Solche Erleichterungen könnten für Rocket Lab, das seinen Auftragsbestand zuletzt auf 2,2 Milliarden US-Dollar bezifferte, die Taktung künftiger Missionen erheblich vereinfachen.
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