Rocket Lab USA Aktie: 266-Millionen-Vertrag bis 2028

Rocket Lab sichert sich einen 266-Millionen-US-Dollar-Vertrag der US Air Force für zwölf suborbitale Electron-Starts und treibt den Ausbau zum Raumfahrtkonzern voran.

Felix Baarz ·
Rocket Lab USA Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US Air Force vergibt Festpreisvertrag
  • Zwölf suborbitale Electron-Starts geplant
  • Umsatzwachstum von über 60 Prozent
  • Iridium-Übernahme für acht Milliarden Dollar

Die US Air Force hat Rocket Lab am 20. Juli 2026 einen Festpreisvertrag über 266 Millionen US-Dollar zugesprochen. Das Raumfahrtunternehmen soll bis Dezember 2028 zwölf suborbitale Electron-Starts vom Pacific Spaceport in Alaska durchführen, mit einer Option auf sechs weitere Missionen. Der Auftrag baut auf einem früheren Vertrag über 190 Millionen US-Dollar auf, den die Air Force Rocket Lab bereits im laufenden Jahr erteilt hatte. Am 22. Juli zog die Aktie im Zuge der Meldung an.

Wachstumskurs trotz Verlusten

Rocket Lab wächst seit Jahren zweistellig, bleibt aber defizitär. Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2026 stieg der Umsatz um 63,5 Prozent auf 200,3 Millionen US-Dollar, der Nettoverlust verringerte sich um 25,7 Prozent auf 45 Millionen US-Dollar. Der Auftragsbestand erreichte 2,2 Milliarden US-Dollar. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2025 hatte der Umsatz bei 601,8 Millionen US-Dollar gelegen, ein Plus von 38 Prozent, bei einem Jahresverlust von 198,2 Millionen US-Dollar. Ende Juni 2026 gewann das Unternehmen zudem zwei NASA-Verträge im Rahmen des VADR-Programms für die Missionen PolSIR und TSIS-2, die 2027 mit insgesamt drei Electron-Starts umgesetzt werden sollen und über zehn Jahre ein Volumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar erreichen können.

Größere strategische Wellen schlug im Juni 2026 die angekündigte Übernahme von Iridium Communications für rund 8 Milliarden US-Dollar. Der Deal soll Rocket Lab Zugang zu Satellitenbetrieb und L-Band-Spektrum verschaffen und das Unternehmen vom reinen Trägerraketen-Anbieter zu einem End-to-End-Raumfahrtkonzern ausbauen. Iridium selbst wies im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 225,2 Millionen US-Dollar aus, verbunden mit einer rückläufigen Nettomarge von 13,2 auf 10,5 Prozent.

Ein weiterer Großauftrag stammt bereits aus dem Dezember 2025: Damals hatte die US Space Development Agency Rocket Lab mit 816 Millionen US-Dollar für den Bau von 18 Satelliten zur Verfolgung ballistischer und hyperschallfähiger Bedrohungen beauftragt – bis heute der größte Einzelvertrag in der Firmengeschichte. Zusammen mit einem separaten Satellitenauftrag über 515 Millionen US-Dollar bildet dieser Vertrag das finanzielle Rückgrat für die kommenden Jahre, auch wenn die Meldung selbst inzwischen mehrere Monate zurückliegt.

Kursreaktion und Analystenlager gespalten

An der Börse hat die Iridium-Ankündigung Spuren hinterlassen: Die Aktie fiel von Kursen über 100 US-Dollar auf unter 70 US-Dollar, während CEO Peter Beck parallel Aktien im Wert von 465 Millionen US-Dollar veräußerte. Zuletzt schloss der Titel bei 69,99 US-Dollar. Zum 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie derzeit rund 10,5 Prozent im Minus, was den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Wochen unterstreicht. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von gut 45 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer einen zuvor deutlich stärkeren Anstieg korrigiert.

Die Analystenmeinungen gehen auseinander. Piper Sandler startete die Coverage mit einem neutralen Votum und einem Kursziel von 83 US-Dollar, während der breitere Konsens auf ein Kursziel zwischen 108 und 120 US-Dollar kommt und mehrheitlich zu Kauf-Einstufungen tendiert.

Neutron-Programm und Wettbewerbsdruck

Parallel treibt Rocket Lab die Entwicklung der Neutron-Rakete voran. Das Archimedes-Triebwerk erzeugte im jüngsten Test rund 1,5 Millionen Pfund Schub, das AVac-Vakuumtriebwerk für die zweite Stufe wurde ebenfalls erprobt. Der Zeitplan verschob sich allerdings mehrfach, unter anderem nach einer Tankruptur. Beck betonte, ein Start erfolge erst, wenn das Fahrzeug bereit sei – ein Zeitpunkt bleibt offen.

Im Wettbewerbsumfeld sorgt derweil SpaceX für Unruhe: Die im Juni an die Börse gegangene SPCX-Aktie fiel zeitweise um die Hälfte von ihrem Rekordhoch, belastet durch einen Quartalsverlust von 4,28 Milliarden US-Dollar und eine Verschiebung des jüngsten Starship-Testflugs. Für Rocket Lab könnte sich daraus mittelfristig Rückenwind ergeben, da Verteidigungsbehörden zunehmend auf verlässliche, etablierte Anbieter setzen – ablesbar auch an der Aufstockung des nationalen Sicherheitsstart-Budgets der US Space Force von 5,6 auf 17 Milliarden US-Dollar.

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Rocket Lab USA Aktie

90,76 USD

Kurs vom 15. Januar 2026
KGV
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 46,25 Mrd. USD
Ø Kursziel 111,31 USD
ISIN: US7731221062 WKN: A419CG

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