Rolls-Royce Aktie: Großauftrag und Offensive

Rolls-Royce sichert sich einen bedeutenden Triebwerksvertrag mit China Airlines und kündigt eine Rückeroberungsstrategie im Boeing-787-Segment an, während ein Aktienrückkauf läuft.

Kurz zusammengefasst:
  • 36 Trent-XWB-Triebwerke für China Airlines bestellt
  • Offensive mit Trent 1000 XE im Boeing-787-Markt
  • Verteidigung der Preispolitik gegen IATA-Kritik
  • Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Pfund läuft

Rolls-Royce meldet diese Woche einen bedeutenden Vertragsabschluss mit China Airlines und kündigt zugleich eine Rückeroberungsstrategie im umkämpften Boeing-787-Markt an. Der britische Triebwerkshersteller will verlorenes Terrain zurückgewinnen – und setzt dabei auf technische Verbesserungen.

36 Triebwerke für China Airlines

Am 4. Februar 2026 gab Rolls-Royce bekannt, dass die taiwanesische Fluggesellschaft China Airlines TotalCare-Verträge für 36 Trent-XWB-Triebwerke unterzeichnet hat. Die Vereinbarung umfasst 30 Trent XWB-97 sowie sechs Trent XWB-84 Einheiten, die insgesamt 18 Airbus-A350-Maschinen antreiben werden.

Rolls-Royce

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China Airlines betreibt bereits 15 A350-Flugzeuge mit Rolls-Royce-Triebwerken. Mit der Erweiterung wächst die Flotte auf 33 A350-Jets. Das Trent XWB-97 hat nach sieben Jahren Betrieb über vier Millionen Flugstunden absolviert. Laut Unternehmensangaben haben Verbesserungen die Einsatzzeit zwischen Wartungen bereits um 60 Prozent verlängert. Eine dritte Phase soll 2028 folgen und die Standzeit unter anspruchsvollen Bedingungen nochmals verdoppeln.

Angriff auf GE im 787-Segment

Parallel dazu präsentierte Rob Watson, Chef der zivilen Luftfahrtsparte, auf der Singapore Airshow offensive Pläne für den Boeing-787-Markt. Dort dominiert bislang das GEnx-1B-Triebwerk von GE Aerospace. Rolls-Royce will mit dem aufgewerteten Trent 1000 XE verlorene Positionen zurückerobern.

Das Trent 1000 XE wird seit der zweiten Jahreshälfte 2025 produziert und verfügt über Phase-2-Verbesserungen. Eine überarbeitete Hochdruckturbinenschaufel erhielt im Dezember 2025 die FAA-Zertifizierung. Als potenzielle Kunden nannte Watson unter anderem Malaysia Airlines.

Preisdebatte und Rechtfertigung

Watson sah sich auf der Messe zudem mit Kritik des Luftfahrtverbands IATA konfrontiert. Dessen Chef Willie Walsh hatte Triebwerksherstellern vorgeworfen, die Reparaturpreise trotz Haltbarkeitsmängeln pauschal zu erhöhen.

Watson verteidigte die Preispolitik gegenüber Reuters: „Die Preisgestaltung spiegelt zu einem gewissen Grad die Kosten wider. Wir geben gestiegene Kosten weiter, die durch die bekannten Lieferkettenprobleme und geopolitische Instabilität entstehen.“

Aktienrückkauf läuft

Rolls-Royce führt derzeit ein Zwischenrückkaufprogramm über 200 Millionen Pfund durch, das am 2. Januar 2026 begann und am 24. Februar enden soll. Es folgt auf ein abgeschlossenes Programm über eine Milliarde Pfund vom November 2025.

Am 26. Februar 2026 stehen die Jahreszahlen für 2025 an. Analysten erwarten laut Simply Wall St einen Umsatz von rund 19,5 Milliarden Pfund nach 17,8 Milliarden im Vorjahr. Das zugrunde liegende EBIT wird bei etwa 3,26 Milliarden Pfund gesehen. Die Ergebnisse werden zeigen, ob die Wachstumsdynamik in der zivilen Luftfahrt und im Kraftwerksgeschäft anhält.

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