Rolls-Royce Aktie: Moody’s hebt Ausblick auf positiv
Moody's verbessert Kreditausblick für Rolls-Royce auf positiv. Parallel expandiert der Konzern im Pazifikraum, während in Großbritannien das UltraFan-Projekt auf der Kippe steht.

Kurz zusammengefasst
- Moody's verbessert Kreditausblick
- Neue Verteidigungszentrale in Canberra
- Ultimatum für UltraFan-Projekt
- Aktie trotz Tagesminus stark
Die Kreditwürdigkeit von Rolls-Royce wird von Analystenseite zunehmend zuversichtlicher bewertet. Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für den britischen Industriekonzern am heutigen Donnerstag von „stabil“ auf „positiv“ angehoben.
Gleichzeitig bestätigte die Agentur das bestehende Rating. Hintergrund für diese Entscheidung ist die jüngste Anhebung der unternehmenseigenen Prognosen, die auf eine verbesserte operative Leistungsfähigkeit hindeuten.
Expansion im pazifischen Raum und neue Verteidigungszentrale
Parallel zur positiven Bewertung der Finanzlage treibt das Unternehmen seine internationale Präsenz im Verteidigungssektor voran. Gestern eröffnete Rolls-Royce eine neue regionale Verteidigungszentrale in Canberra.
Dieser Standort soll künftig als Drehkreuz für Aktivitäten im gesamten pazifischen Raum dienen, einschließlich der Märkte in Australien, Neuseeland, Japan und Südkorea. Die Eröffnung wurde durch den australischen Verteidigungsminister Richard Marles begleitet.
Im Zuge dieser Expansion wurde die Partnerschaft mit dem australischen Unternehmen Marand ausgeweitet. Marand erhielt den Zuschlag für die Fertigung von drei zusätzlichen Schallschutzgehäusen für die MT30-Gasturbinen.
Diese Triebwerke sind für das britische Type 26-Fregattenprogramm sowie die australische Hunter-Klasse vorgesehen. Rolls-Royce plant zudem, über einen Zeitraum von fünf Jahren rund eine Million US-Dollar in der Region zu investieren, um die lokale Infrastruktur und Lieferketten weiter zu stärken.
Ultimatum für das UltraFan-Projekt in Großbritannien
Trotz der Expansionserfolge sieht sich Rolls-Royce am Heimatstandort mit strategischen Herausforderungen konfrontiert. Das Unternehmen hat der britischen Regierung ein Ultimatum bezüglich der Mitfinanzierung des Triebwerksprojekts „UltraFan 30“ gestellt.
Bis Ende 2026 fordert der Konzern eine Entscheidung über staatliche Fördergelder für das Projekt, das auf Triebwerke für Kurzstreckenjets abzielt. Das gesamte Projektvolumen wird auf vier bis acht Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zwölf Jahren geschätzt.
Konzernchef Tufan Erginbilgic betonte, dass man das Projekt bevorzugt im Vereinigten Königreich umsetzen wolle. Sollte jedoch keine Einigung über die finanzielle Beteiligung erzielt werden, droht die Verlagerung der Produktion ins Ausland. Davon könnten Schätzungen zufolge bis zu 40.000 Arbeitsplätze betroffen sein.
Bisher hat die britische Regierung Unterstützung in Höhe von rund 803 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt, wovon der Großteil in die Forschung fließen soll. Eine endgültige Entscheidung der Flugzeughersteller Airbus und Boeing über den Einsatz neuer Triebwerkstechnologien wird in etwa zwei Jahren erwartet.
Juristische Altlasten und aktuelle Marktbewegung
In Indien sieht sich das Unternehmen erneut mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Die indische Bundespolizei CBI führt Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Korruption im Zusammenhang mit der Beschaffung und Lizenzfertigung von 123 Hawk-Trainingsflugzeugen zwischen 2003 und 2012 durch.
Der Konzern hatte bereits im Jahr 2017 eine Strafe von 497 Millionen Pfund an das britische Serious Fraud Office gezahlt, um ähnliche Vorwürfe beizulegen.
An der Börse notiert Rolls-Royce aktuell bei 18,10 € und verzeichnet damit heute einen Rückgang von 1,2 Prozent. Trotz dieses leichten Tagesverlusts weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 37 Prozent auf.
Mit dem aktuellen Kursniveau liegt der Wert lediglich 2,0 Prozent unter seinem am 5. August erreichten 52-Wochen-Hoch von 18,47 €. Während die langfristige Wachstumsstory durch die operative Erholung und die Rating-Verbesserung gestützt wird, bleiben die strategischen Verhandlungen mit der Politik und juristische Aufarbeitungen in Übersee relevante Faktoren für die Anleger.
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