Rolls-Royce Aktie: SMR vergibt Reaktorvertrag an ŠKODA JS
Die Jahresziele bleiben bestehen, während Flugstunden, Aktienrückkäufe und ein neuer SMR-Vertrag im Fokus stehen.

Kurz zusammengefasst
- Jahresprognose des Konzerns unverändert
- 3.489.259 Aktien im Rückkauf erworben
- SMR-Tochter vergab Reaktorsteuerungsvertrag
- Bernstein hob Kursziel auf 1.600 Pence
Die Debatte um das Bewertungsniveau von Rolls-Royce hat an den Finanzmärkten wieder an Schärfe gewonnen. Medienberichten von gestern zufolge rückten zuletzt Sorgen über die Bewertung der Aktie in den Vordergrund, nachdem das Papier eine Phase leichter Kursschwäche durchlief. Dabei rückte insbesondere die Entwicklung der Flugstunden bei Großtriebwerken in den Fokus: Diese könnten sich am unteren Ende der Erwartungen bewegen.
Gleichzeitig bleibt die operative Prognose des britischen Triebwerksbauers für das Gesamtjahr jedoch unverändert bestehen, sodass ein einzelner operativer Auslöser für die jüngste Zurückhaltung nicht ausgemacht wurde.
An der Börse notiert der Titel nach einer starken Phase auf hohem Niveau. Der Schlusskurs lag gestern bei 17,40 Euro, womit das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 32 Prozent verzeichnet. Angesichts dieser kräftigen Rallye reagieren Teile des Marktes sensibler auf Indikatoren aus dem zivilen Luftfahrtgeschäft, in dem die Abrechnung von Wartungsverträgen eng an die tatsächlichen Flugstunden gekoppelt ist.
Zukäufe und Kapitalmaßnahmen stützen
Trotz der Diskussionen über das Tempo der Erholung im Langstreckenverkehr setzt der Konzern seine angekündigten Kapitalmaßnahmen fort. Im Rahmen seines 2,3 Milliarden Pfund schweren Rückkaufprogramms erwarb das Unternehmen im Zeitraum vom 22. bis zum 28. September über die Londoner Niederlassung der UBS AG insgesamt 3.489.259 Stammaktien, die eingezogen werden sollen.
Zum Stichtag am 30. September belief sich das ausgegebene Aktienkapital auf 8.299.229.607 Stammaktien zu je 20 Pence, wobei keine eigenen Anteile im Bestand gehalten wurden.
Parallel dazu gab es Signale aus der Führungsetage: Die nicht geschäftsführende Direktorin Beverly Goulet erwarb am 28. September im Zuge einer Dividendenwiederanlage 166 Stammaktien zu einem Preis von 15,02 Pfund je Anteil.
Fortschritte im Nukleargeschäft
Abseits des klassischen Triebwerksgeschäfts treibt das Unternehmen zudem seine strategischen Wachstumsinitiativen voran. Die Konzerntochter Rolls-Royce SMR vergab am 23. September einen Vertrag an ŠKODA JS über die Entwicklung und Lieferung von Reaktorsteuerungssystemen für ihre kleinen modularen Reaktoren.
Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen zudem ein Investitionspaket in Höhe von 300 Millionen Pfund für britische Standorte vorgestellt, woraufhin die Aktie seither um 0,8 Prozent zulegte.
Die Analysten von Bernstein hatten am 22. September ihre Einstufung für Rolls-Royce mit „Neutral/Market-Perform“ bestätigt und das Kursziel von 1.500 auf 1.600 Pence angehoben. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun darauf, ob die Auslastung der Großtriebwerke im weiteren Jahresverlauf ausreicht, um die bestehenden Jahresziele abzusichern.
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