RTX Aktie: SM-6-Rahmenvertrag
Der fünfjährige Rahmenvertrag umfasst zwei Optionsjahre; die tatsächliche Auftragssumme hängt von den Abrufen der US-Marine ab.

Kurz zusammengefasst
- SM-6-Vertrag mit Höchstwert von 24,4 Milliarden Dollar
- Fünf Jahre Laufzeit plus zwei Optionen
- US-Marine setzt auf höhere Fertigungskapazität
- Aktie schloss 0,34 Prozent niedriger
Die US-Marine bestellt Nachschub in historischer Größenordnung: Raytheon, eine Tochter von RTX, erhält einen Auftrag über bis zu 24,4 Milliarden Dollar für den Marschflugkörper- und Abfangjäger SM-6. Das Pentagon spricht von einem Vertrag, der „Magazintiefe“ sichern soll.
Fünf Jahre plus Option
Der Vertrag läuft über fünf Jahre und enthält zwei zusätzliche Optionsjahre. Die genannte Summe ist ein Maximalwert („bis zu“), kein fest abgerufenes Volumen. Die Regierung will damit schnellere Fertigung, höheren Durchsatz in den Werken und Kostenvorteile entlang der Zulieferkette erreichen.
Das Verteidigungsministerium, intern inzwischen als Department of War geführt, verknüpft den Auftrag mit der kürzlich vergebenen Tomahawk-Bestellung. Beide Aufträge sollen der Rüstungsindustrie langfristige Planungssicherheit geben, um Personal aufzustocken und Lieferketten abzusichern. Ein hochrangiger Beschaffungsvertreter forderte die Industrie auf, „mit Kriegsgeschwindigkeit“ zu produzieren.
Warum der SM-6 so gefragt ist
Der SM-6 gilt als einzige kampferprobte Waffe, die Luftabwehr, Bekämpfung von Überwasserzielen und Raketenabwehr in einem System vereint. Er kann Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper im Flug bekämpfen, auch ballistische Raketen in der Endphase. Zudem lässt er sich als schneller Anti-Schiffs-Flugkörper einsetzen. Abgefeuert wird er von Schiffen und von landgestützten Startgeräten.
Die Nachfrage ist hoch. Die US-Streitkräfte setzten den SM-6 in diesem Jahr im Krieg gegen den Iran ein, was die Lagerbestände belastet haben dürfte. Raytheon-Chef Phil Jasper betont, das Unternehmen habe zuletzt kräftig in Belegschaft, Automatisierung und Partnerschaften investiert, um Engpässe zu beseitigen und die Kapazität zu steigern.
Börse bleibt ruhig
An der Börse hinterließ die Nachricht bislang kaum Spuren. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 185,01 Dollar, ein Minus von 0,34 Prozent. Der Auftrag wurde erst nach Handelsschluss bekannt.
Der Handel am Freitag zeigt, ob der Markt die Planungssicherheit über fünf Jahre höher gewichtet als die Tatsache, dass der Rahmen ein Höchstwert ist. Maßgeblich für die Umsätze bleiben die tatsächlichen Abrufe der Marine und das Tempo, mit dem Raytheon die Fertigung hochfährt.
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