RWE Aktie: Garzweiler-Ermittlungen — was folgt?
RWE meldet neue Wind- und Solaranlagen sowie einen Projektverkauf; zugleich ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines Bestechungsverdachts.

Kurz zusammengefasst
- Externer Dienstleister-Mitarbeiter unter Verdacht
- Rwe setzt Verdächtigen nicht mehr ein
- Windpark Düren-Merken mit 14 Megawatt
- Five-Estuaries-Anteil an EDF verkauft
Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tagebau Garzweiler rücken RWE Power in den Fokus. Medienberichten vom Montag zufolge untersucht die Staatsanwaltschaft Dortmund den Verdacht auf Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. RWE erklärte dazu, ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters sei in Verdacht geraten und werde bei RWE nicht mehr eingesetzt.
Verdacht betrifft externen Mitarbeiter
Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wesentlich: RWE bezeichnete die betreffende Person als Mitarbeiter eines externen Dienstleisters, nicht als eigenen Beschäftigten. Die Erklärung beschreibt damit das Beschäftigungsverhältnis des Verdächtigen und eine konkrete Konsequenz für dessen Einsatz bei RWE.
Die Ermittlungen betreffen einen Verdacht. Daraus lässt sich weder ein Nachweis der Vorwürfe noch eine Aussage über mögliche finanzielle Folgen für RWE ableiten. Anleger sollten den Vorgang deshalb von den operativen Unternehmensmeldungen getrennt bewerten.
Die Aktie legt heute um 1,5% auf 58,06 € zu. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dieser Tagesbewegung und dem Bericht über die Ermittlungen lässt sich daraus nicht ableiten.
Neue Anlagen und veränderte Projektbeteiligung
Operativ meldete RWE im Oktober mehrere abgeschlossene Schritte. Am 15. Oktober nahm das Unternehmen den Windpark Düren-Merken in Betrieb. Die beiden Windenergieanlagen verfügen zusammen über eine installierte Leistung von rund 14 Megawatt.
Hinzu kommt ein Ausbau der Solarstromerzeugung bei Jüchen. Anders als die Ermittlungen betreffen diese Meldungen unmittelbar die Inbetriebnahme von Anlagen.
Am 14. Oktober nahm RWE die zweite Ausbaustufe des Solarprojekts an der A44n in Betrieb. Sie ergänzt das Projekt um rund 20 Megawatt peak und erhöht die Gesamtkapazität auf mehr als 100 Megawatt peak.
Parallel dazu veränderte RWE seine Beteiligung am Offshore-Windprojekt Five Estuaries. Am 12. Oktober verkaufte das Unternehmen seinen Anteil von 33,33 % an EDF power solutions UK and Ireland. EDF übernahm die Projektleitung. Der Verkauf steht damit neben den Inbetriebnahmen als weiterer konkreter Schritt im Projektportfolio.
Kaufempfehlungen stammen vom 12. Oktober
Medienberichten zufolge bestätigte die Deutsche Bank am 12. Oktober ihre Kaufempfehlung für RWE mit einem Kursziel von 65 Euro. Jefferies bestätigte am selben Tag ebenfalls eine Kaufempfehlung und nannte 75 Euro als Ziel.
Beide Einschätzungen stammen somit aus der Zeit vor dem Bericht über die Ermittlungen. Sie sind keine Bewertung dieses Vorgangs. Für Anleger bleiben die bestätigten operativen Fortschritte und die noch ungeklärten Verdachtsmomente deshalb unterschiedliche Bewertungsfaktoren.
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