RWE Aktie: Mehrheit an Amprion ausgebaut

RWE steigert das bereinigte Nettoergebnis im ersten Halbjahr um 57 Prozent und plant bis 2031 höhere Investitionen in Erzeugung und Netze.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Hochspannungsschaltanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für die Energieinfrastruktur. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nettoergebnis steigt auf 1,257 Milliarden Euro
  • Wind- und Solarportfolio wächst weiter
  • Rwe erhöht Investitionsplan auf 42 Milliarden Euro
  • Neue EBITDA-Spanne für 2026

Der Essener Energiekonzern RWE treibt die strategische Neuordnung seiner Geschäftsaktivitäten voran. Neben dem Ausbau der regenerativen Stromerzeugung etabliert das Unternehmen das regulierte Netzgeschäft zunehmend als tragende Säule. Die Kombination aus wachsenden Kapazitäten bei Wind- und Solarparks sowie planbaren Einnahmen aus der Netzinfrastruktur bildet das Fundament für die angehobenen mittelfristigen Ergebnisziele.

Zuwächse bei Windkraft und Solar stärken das operative Geschäft

Im ersten Halbjahr 2026 schlug sich der Ausbau des Erzeugungsportfolios deutlich in den Geschäftszahlen nieder. Das bereinigte Nettoergebnis stieg im selben Zeitraum um 57 Prozent auf 1,257 Milliarden Euro.

Getragen wurde dieses Wachstum vor allem von günstigeren Windbedingungen auf See sowie von neuen Anlagen, die ans Netz gingen. Im Bereich Offshore Wind kletterte das operative Ergebnis auf 810 Millionen Euro, während das Segment Onshore Wind und Solar ein Ergebnis von 1,016 Milliarden Euro beisteuerte.

Insgesamt verfügte der Konzern zur Jahresmitte über ein betriebsbereites Portfolio von 41 Gigawatt, während sich weitere 10,3 Gigawatt im Bau befanden. Die Nettoverschuldung belief sich zum Stichtag Ende Juni auf 15 Milliarden Euro.

Netzinfrastruktur ergänzt die flexible Stromerzeugung

Parallel zur Stromproduktion investiert das Unternehmen gezielt in den Ausbau der Übertragungsnetze. Nachdem RWE die Amprion-Beteiligung vor über einem Monat durch den Erwerb von Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft M31 von 25 auf 55 Prozent aufgestockt hatte, sicherte sich der Konzern laut dpa-AFX durch den Zukauf weiterer 3 Prozent an M31 die Mehrheit an der Gesellschaft, womit der durchgerechnete Amprion-Anteil auf 58 Prozent stieg. Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben.

Die Einbindung des regulierten Netzgeschäfts flankiert RWE mit einer deutlichen Ausweitung der mittelfristigen Sachinvestitionen. Der Netto-Investitionsplan für den Zeitraum von 2026 bis 2031 wurde um 7 Milliarden Euro auf insgesamt 42 Milliarden Euro heraufgesetzt. Bis zum Jahr 2031 sind allein für den Netzausbau zusätzliche Mittel in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Angehobene Jahresziele für 2026 und 2027

Die operative Entwicklung veranlasste den Vorstand, die Finanzziele für das laufende und das kommende Geschäftsjahr anzuheben. Für 2026 erwartet RWE nun ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro, nachdem zuvor 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro avisiert worden waren. Das bereinigte Nettoergebnis soll zwischen 1,95 und 2,45 Milliarden Euro liegen.

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management ein bereinigtes EBITDA von 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro an. Am Aktienmarkt notiert das Papier derzeit bei 60,62 Euro, was einem Kursplus von 34 Prozent seit Jahresanfang entspricht. Das Ergebnis je Aktie soll nach Unternehmensplanung bis 2031 auf 4,55 Euro steigen.

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