RWE Aktie: SMR-Absage klar

RWE verzichtet auf kleine modulare Reaktoren, da deren Wirtschaftlichkeit nicht gesichert ist. Der Konzern setzt stattdessen auf Offshore-Windkraft und legt am 12. März Jahreszahlen vor.

Andreas Sommer ·
Rwe Aktie

Kurz zusammengefasst

  • CEO Krebber sieht SMR-Technologie als wirtschaftlich riskant
  • Fokussierung auf Offshore-Windprojekte wie Norfolk Vanguard
  • Aktie erreicht neues Zehnjahreshoch bei 54,86 Euro
  • Jahreszahlen am 12. März geben strategische Auskunft

RWE-Chef Markus Krebber erteilt Investitionen in kleine modulare Reaktoren eine deutliche Absage. Die Technologie sei wirtschaftlich nicht darstellbar, solange kein Zulieferer weltweit Bauzeit und Kosten verbindlich zusagen könne. Währenddessen kletterte die Aktie auf ein 10-Jahres-Hoch – und die Jahreszahlen am 12. März könnten zeigen, ob die Fokussierung auf erneuerbare Energien aufgeht.

Warum RWE keine SMR-Risiken eingeht

„Wir sind ein technologieoffenes Unternehmen und beobachten alle Technologien, auch SMRs“, sagte Krebber gegenüber dem Newsletter Energie & Klima. Doch die Realität spreche eine andere Sprache: Kein einziger Zulieferer weltweit könne derzeit eine Bauzeit zusagen oder zu fest vereinbarten Kosten anbieten. „So ein Investitionsrisiko sind wir als privates Unternehmen nicht bereit zu übernehmen.“

Kleine modulare Reaktoren (SMR) haben laut Internationaler Atomenergiebehörde eine Leistung von maximal 300 Megawatt – deutlich weniger als herkömmliche Kernkraftwerke mit über 1.000 Megawatt. Ihre Komponenten sollen in Serie gefertigt werden, was Kosten senken könnte. Die Betonung liegt auf „könnte“. Krebber wies überzogene Hoffnungen zurück: „SMRs sind definitiv nicht die Lösung, die über Nacht alle Probleme löst.“

Anders positioniert sich Konkurrent Uniper. Der Energiekonzern beteiligt sich in Schweden am Aufbau einer Forschungseinrichtung für die Technologie, gemeinsam mit der Technischen Universität Stockholm auf dem Gelände des Kernkraftwerks Oskarshamn.

Offshore-Wind statt Atom

Statt auf SMR setzt RWE konsequent auf Offshore-Wind. Der Konzern hat einen Auftrag mit Vestas für den britischen Windpark Norfolk Vanguard West finalisiert. 92 Turbinen vom Typ V236-15.0 MW bringen die Gesamtkapazität auf 1.380 MW. Der Finanzinvestor KKR soll eine 50-Prozent-Beteiligung an beiden Norfolk-Vanguard-Projekten erwerben. Die finale Investitionsentscheidung für Vanguard West ist für Sommer 2026 geplant, die Inbetriebnahme für 2029.

Für den Zeitraum 2025 bis 2030 plant RWE Investitionen von rund 35 Milliarden Euro – zehn Milliarden weniger als ursprünglich vorgesehen. Diese Anpassung dürfte bei den Jahreszahlen am 12. März genauer erläutert werden.

Starke Kursentwicklung trotz Tech-Turbulenzen

Die RWE-Aktie markierte am 2. März ein neues 10-Jahres-Hoch bei 54,86 Euro. Seit Jahresbeginn legte der Titel rund 20 Prozent zu. Klassische Versorger profitieren derzeit von steigender Stromnachfrage durch Elektromobilität und den Ausbau energiehungriger Rechenzentren – während Tech-Werte zunehmend mit Bewertungsrisiken kämpfen.

Die Hauptversammlung am 30. April 2026 soll eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie beschließen, nach 1,10 Euro für das Geschäftsjahr 2024.

Jahreszahlen als Richtungsentscheid

Am 12. März legt RWE die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor. Die Zahlen werden zeigen, ob die strategische Fokussierung auf kalkulierbare erneuerbare Energien und der reduzierte Investitionsrahmen operativ aufgehen. Bis dahin bleibt die Frage, ob die fundamentalen Daten die ambitionierten Ausbauziele im Offshore-Bereich tragen können.

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