RWE Aktie: Wachstum unter Druck

RWE sichert sich einen weiteren großen Offshore-Windauftrag in Großbritannien und veröffentlicht Jahreszahlen. Das Wachstum wird durch hohe Verschuldung und kartellrechtliche Bedenken im Heimatmarkt herausgefordert.

Redaktion Stock-World ·
Rwe Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Weiterer Milliardenauftrag für Offshore-Windpark in Großbritannien
  • Hohe Nettoverschuldung von 15,7 Milliarden Euro
  • Bundeskartellamt sieht Marktmacht in Deutschland
  • Dividende wird zum achten Mal erhöht

RWE liefert heute gleich zwei Schlagzeilen: Ein weiterer Milliarden-Turbinenauftrag für die britische Nordsee trifft auf die Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025. Dahinter steckt ein Konzern, der international expansiv agiert – und gleichzeitig eine Nettoverschuldung von 15,7 Milliarden Euro im Blick behalten muss.

Großauftrag in der Nordsee

Mit dem Vestas-Auftrag für Vanguard East setzt RWE seinen Offshore-Kurs konsequent fort. Das Projekt umfasst 92 Turbinen des Typs V236-15.0 MW mit einer Gesamtkapazität von 1.380 MW – kurz nach einem gleichlautenden Auftrag für das Schwesterprojekt Vanguard West mit identischer Kapazität. Zusammen mit dem bereits laufenden Projekt Boreas ergibt sich in der Norfolk Offshore Wind Zone eine potenzielle Gesamtkapazität von rund 4,2 GW.

Die finale Investitionsentscheidung für beide Vanguard-Projekte ist für den Sommer 2026 geplant. Vanguard West soll 2029 ans Netz gehen, Vanguard East 2030 folgen. Finanziert wird das Vorhaben gemeinsam mit KKR, das eine 50-Prozent-Beteiligung an beiden Projekten hält. Abgesichert sind die Einnahmen über einen 20-jährigen britischen CfD-Vertrag – ein wichtiger Stabilitätsfaktor für die langfristige Kalkulation.

Kapitaldisziplin als Strategie

Die Partnerschaft mit KKR ist kein Zufall. RWE hat seinen Investitionsrahmen bis 2030 im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 35 Milliarden Euro gekürzt – ein klares Signal, dass Wachstum künftig kapitalschonender finanziert werden soll. Ob die operative Ertragskraft ausreicht, um Schulden und Investitionsprogramm gleichzeitig zu stemmen, dürfte die zentrale Frage im heutigen Earnings Call sein. Ab 2028 sollen rund 75 Prozent des operativen Ergebnisses aus Wind- und Solarenergie kommen.

Flankiert wird die Strategie von aktionärsfreundlichen Maßnahmen: RWE schlägt eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor – die achte Erhöhung in Folge – und kauft im Rahmen eines laufenden Programms über 1,5 Milliarden Euro eigene Aktien zurück.

Regulatorischer Gegenwind aus Berlin

Während RWE international zulegt, wächst im Heimatmarkt der Druck. Das Bundeskartellamt hat den Konzern als zunehmend marktbeherrschend eingestuft: In sogenannten „pivotalen Stunden“ – Zeitfenstern, in denen die Stromnachfrage ohne RWE nicht gedeckt werden könnte – lag der kritische Anteil zuletzt zwischen 4,3 und 11,1 Prozent. Die Schwelle von fünf Prozent der Jahresstunden wurde damit teilweise deutlich überschritten. Konkrete regulatorische Konsequenzen stehen noch aus, doch die Einstufung erhöht den Druck auf das Deutschlandgeschäft spürbar.

Auch in den USA wächst das Portfolio: RWE Americas hat 2025 rund 2 GW neue Kapazität zugebaut und kommt damit auf mehr als 12,7 GW Betriebskapazität in den Vereinigten Staaten.

Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Plus von rund 72 Prozent stark entwickelt und notiert nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 54,82 Euro. Wie die Jahreszahlen 2025 die Erwartungen erfüllen und welchen Ausblick das Management für 2026 gibt, entscheidet nun darüber, ob dieser Kurs Bestand hat.

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Rwe Aktie

59,52 EUR

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KGV 13,17
KUV 2,89
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite 2,03 %
Marktkapitalisierung 45,52 Mrd. EUR
Ø Kursziel 67,88 EUR
ISIN: DE0007037129 WKN: 703712

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