RWE Aktie: Weichenstellung am Donnerstag

RWE präsentiert Bilanz unter Druck des Kartellamts und mit milliardenschweren Offshore-Projekten. Die Finanzierung des 35-Milliarden-Investitionsplans steht im Fokus.

Redaktion Stock-World ·
Rwe Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kartellamt attestiert Rwe marktbeherrschende Stellung
  • Milliardenprojekt Norfolk Vanguard mit Vestas und KKR
  • Investitionsrahmen bis 2030 auf 35 Mrd. Euro angepasst
  • Dividendenvorschlag von 1,20 Euro je Aktie

Übermorgen legt RWE die Jahreszahlen für 2025 vor – und der Zeitpunkt könnte kaum spannungsgeladener sein. Der Konzern navigiert zwischen regulatorischem Druck im Heimatmarkt und milliardenschweren Wachstumsprojekten im Ausland. Ob die operative Basis stark genug ist, um all das gleichzeitig zu tragen, zeigt sich am Donnerstag, den 12. März.

Kartellamt setzt RWE unter Druck

Im deutschen Strommarkt hat das Bundeskartellamt RWE eine deutlich gestiegene Marktmacht bescheinigt. Der Schlüsselbegriff dabei: pivotale Stunden – Zeiträume, in denen RWE für die Deckung der Stromnachfrage schlicht unverzichtbar ist. Der gemessene Wert lag zwischen 4,3 und 11,1 Prozent, was die behördliche Schwelle von fünf Prozent für eine marktbeherrschende Stellung überschreitet.

Die Ursache liegt im schrumpfenden Angebot: Mit dem Ende der reaktivierten Reservekraftwerke im Frühjahr 2024 und fortschreitenden Kohleabschaltungen ist die steuerbare Erzeugungskapazität in Deutschland knapper geworden. Rechtlich bedeutet das für RWE: Kapazitäten dürfen nicht gezielt zurückgehalten werden, um Preise zu treiben. Eine Entspannung ist laut Bundeskartellamt frühestens in einigen Jahren zu erwarten, wenn neue Kraftwerkskapazitäten aus geplanten Ausschreibungen ans Netz gehen.

Offshore-Wachstum als Gegengewicht

International setzt RWE dagegen klare Wachstumssignale. Für das britische Offshore-Projekt Norfolk Vanguard West hat der Konzern einen festen Auftrag mit Vestas platziert – 92 Turbinen mit je 15 Megawatt Leistung, zusammen 1,38 Gigawatt. Nach Inbetriebnahme 2029 soll das Projekt jährlich rund 1,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. RWE hatte sich in der britischen Ausschreibungsrunde AR7 Projekte mit insgesamt 6,9 GW zu einem gesicherten Einspeisetarif von 91,20 GBP pro MWh gesichert.

Um das finanzielle Risiko zu begrenzen, holt RWE den Finanzinvestor KKR mit 50 Prozent in die Norfolk-Vanguard-Projekte. Diese sogenannte Capital-Light-Strategie über Partnerschaften ergänzt eine laufende Non-Recourse-Projektfinanzierung, deren Abschluss noch 2026 erwartet wird. Auch in Südeuropa baut RWE aus: In Italien hat der Konzern die Kapazitäten im Bau auf 235 MW mehr als verdoppelt.

Was die Zahlen am Donnerstag zeigen müssen

Im Zentrum der Bilanzpräsentation stehen Segment-EBITDA und Trading-Ergebnisse – vor dem Hintergrund einer Nettoverschuldung von zuletzt 15,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig gilt es, den auf 35 Milliarden Euro angepassten Investitionsrahmen bis 2030 zu finanzieren – ein Rahmen, den RWE im März 2025 bereits um 25 Prozent gekürzt hatte, nachdem die Skepsis der Investoren gegenüber dem Sektor gewachsen war.

Auf der Kapitalseite läuft das Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro weiter. Für die Hauptversammlung am 30. April schlägt das Management eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor – die achte Dividende in Folge ohne Kürzung. Ab 2028 sollen rund 75 Prozent des EBITDA aus Wind- und Solarenergie stammen, was dem Konzernprofil mehr Planbarkeit verleihen soll.

Die RWE-Aktie notiert aktuell bei 54,18 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 54,82 Euro – ein Kurs, der das gestiegene Vertrauen des Markts in den Transformationskurs widerspiegelt. Ob die Zahlen am Donnerstag dieses Bild bestätigen, entscheidet über den nächsten Schritt.

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Rwe Aktie

59,52 EUR

+ 0,04 EUR +0,07 %
KGV 13,17
KUV 2,89
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite 2,03 %
Marktkapitalisierung 45,52 Mrd. EUR
Ø Kursziel 67,88 EUR
ISIN: DE0007037129 WKN: 703712

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