Ryanair Aktie: Finanzchef legt Nullrunden auf den Tisch

Ryanair erwägt Gehaltsstopps und weitere Einsparungen; im Sommerquartal sank der Gewinn trotz höherer Umsätze.

Redaktion Stock-World ·
Ein moderner Flugzeugflügel im goldenen Licht der Morgendämmerung als Symbol für die Luftfahrtbranche. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rund zwei Milliarden Euro Mehrkosten erwartet
  • Gehaltsstopps und kleinere Crews geprüft
  • Quartalsgewinn um sechs Prozent gesunken
  • JPMorgan und Bernstein bestätigen positive Einstufungen

Ryanair will die Belegschaft an den Mehrkosten für Kerosin beteiligen. Finanzchef Neil Sorahan sagte zu den Quartalszahlen: „Alles ist auf dem Tisch.“ Die Börse nahm das wohlwollend auf, die Aktie legte in Dublin bis zum späten Vormittag um 3,7 Prozent auf 23,75 Euro zu.

Zwei Milliarden Euro Mehrkosten im Blick

Für das Geschäftsjahr bis Ende März 2028 rechnet Konzernchef Michael O’Leary mit zusätzlichen Spritausgaben von rund zwei Milliarden Euro. Das Management prüft deshalb Gehalts-Nullrunden, kleinere Besatzungen und neue Konditionen mit Flughäfen. Auch Künstliche Intelligenz soll Kosten senken.

Höhere Ticketpreise allein reichen nach Einschätzung der Airline nicht aus. O’Leary erwartet für Kurzstreckenflüge in Europa deutlich steigende Preise, in der Spitze bis zu 20 Prozent. Hintergrund sind auslaufende Absicherungen und ein hoher Ölpreis. Sorahan geht davon aus, dass das Niveau in den kommenden zwölf Monaten hoch bleibt.

Beim Angebot hält sich Ryanair zurück. Das Passagierziel für das Gesamtjahr wurde bereits im September von 216 auf 214 Millionen gesenkt. Im Winter soll das Volumen auf Vorjahresniveau bleiben. Kapazitäten auszubauen ergebe keinen Sinn, wenn man Öl zu 170 Dollar einkaufe, so O’Leary.

Sommerquartal mit Bremsspuren

Das Sommerquartal verlief noch solide. Der Umsatz stieg um rund vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, das Passagieraufkommen wuchs um fünf Prozent auf 64,5 Millionen. Späte Buchungen und Rabatte drückten allerdings auf die Ticketpreise. Die Treibstoffkosten legten um 13 Prozent zu.

Der Quartalsgewinn sank um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr verdiente Ryanair 2,15 Milliarden Euro, 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 sind 80 Prozent des Kerosinbedarfs preislich gesichert. Die Nachfrage im dritten Quartal nennt das Unternehmen stark, die Preise liegen moderat über dem Vorjahr. Eine belastbare Gewinnprognose gibt es dennoch nicht, zu unsicher ist das Bild für Januar bis März.

Analysten bleiben zuversichtlich

JPMorgan beließ die Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 29 Euro. Analyst Harry J Gowers verweist auf die geplanten Preiserhöhungen und ein neues Aktienrückkaufprogramm. Bernstein Research bestätigte „Outperform“ mit einem Ziel von 30 Euro.

Trotz des Kursplus bleibt die Lage für das Papier schwierig. Seit Jahresbeginn hat es rund ein Fünftel verloren, belastet vom Iran-Krieg und dem Ölpreis. Entscheidend sind nun die Buchungen für die Weihnachtszeit, die einen ersten Hinweis auf die Durchsetzbarkeit höherer Preise liefern.

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Ryanair Aktie

23,71 EUR

+ 1,03 EUR +4,54 %
KGV 12,87
KUV 1,55
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,69 %
Marktkapitalisierung 24,90 Mrd. EUR
ISIN: IE00BYTBXV33 WKN: A1401Z

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