Saab Aktie: Giraffe AMB D erfasst 250 Kilometer
Saab investiert in KI-Start-up und stellt neues Radar vor, um europäische Alternative zu US-Systemen zu etablieren.

Kurz zusammengefasst
- Einstieg bei KI-Start-up Comand AI
- Neues Radar Giraffe AMB D vorgestellt
- Dänemark kauft Giraffe-1X-Systeme
- Verkauf der Sparte für öffentliche Sicherheit
Der schwedische Rüstungskonzern Saab drückt aufs Tempo. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentierte das Unternehmen in wenigen Tagen ein neues Radar. Parallel dazu kaufte sich Saab bei einem KI-Spezialisten ein. Das Ziel: eine europäische Antwort auf amerikanische Softwaredominanz.
Angriff im Software-Markt
Saab investiert 11,1 Millionen Euro in das Pariser Start-up Comand AI. Dafür erhalten die Schweden einen Anteil von zehn Prozent. Die Franzosen entwickeln KI-gestützte Planungslösungen für Gefechtsstände. Diese Technologie fließt künftig in Saabs eigene Führungssysteme ein. Auch das Aufklärungsflugzeug GlobalEye erhält neue Software-Funktionen.
Die strategische Ausrichtung ist eindeutig. Aktuell dominiert das amerikanische System Maven von Palantir die NATO-Gefechtsstände. Europäische Militärs fordern längst eine heimische Alternative. Genau diese Lücke wollen Saab und Comand AI nun schließen. Nach dem Start bei den Landstreitkräften folgt die Ausweitung auf Luft und See.
Neue Radar-Generation punktet
Im Hardware-Geschäft stellte Saab das neue Radar Giraffe AMB D vor. Das System nutzt modernste AESA-Technologie. Es erfasst tausende Ziele auf eine Entfernung von 250 Kilometern. Die Anlage lässt sich in unter drei Minuten aufbauen. Ein ausfahrbarer Mast hebt die Antenne auf 16 Meter an.
Die Nachfrage nach der bestehenden Radar-Familie bleibt hoch. Dänemark wandelte gerade ein Mietmodell für mehrere Giraffe-1X-Systeme in einen festen Kauf um. Zuvor hatte das dänische Militär die Anlagen sechs Monate lang getestet. Finanzielle Details nannte Saab nicht. Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Erfolgen ein. Zuvor bestellten bereits Frankreich und die US-Armee zweistellige Stückzahlen des Systems.
Fokus auf das Kerngeschäft
Um sich auf diese Wachstumsfelder zu konzentrieren, bereinigt Saab sein Portfolio. Der Konzern verkauft seine Sparte für öffentliche Sicherheit an die norwegische Omda AS. Dieser Bereich liefert Software für Polizei und Feuerwehr. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Die Schweden schärfen ihr Profil als Anbieter für Hochtechnologie. Um die Vergleichbarkeit zu erleichtern, veröffentlicht Saab demnächst angepasste historische Finanzdaten. Diese Änderung hat keinen Einfluss auf die bisher gemeldeten Umsätze. Am Markt richtet sich der Blick nun auf den Halbjahresbericht. Dort müssen sich die jüngsten Auftragseingänge in konkreten Erlösen niederschlagen.
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