Salesforce Aktie: 13. Verlusttag in Folge
Salesforce verzeichnet die längste Verlustserie seiner Geschichte. Investoren fürchten um das Geschäftsmodell durch KI-Agenten.

Kurz zusammengefasst
- Längste Negativserie der Firmengeschichte
- Sorge um Geschäftsmodell durch KI
- Partnerschaft mit Databricks ausgebaut
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
Der Abwärtsstrudel bei Salesforce reißt nicht ab. Der Softwarekonzern hat am Montag seinen 13. Verlusttag in Folge erlebt – die längste Negativserie der Unternehmensgeschichte. Die Aktie fiel auf 129,40 Euro und liegt nur noch 0,14 Prozent über ihrem neuen 52-Wochen-Tief.
Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Noch deutlicher wird die Abkühlung im 12-Monats-Vergleich: Ein Minus von 43 Prozent.
Angst vor der „SaaSpocalypse“
Hinter dem Ausverkauf steckt eine strukturelle Sorge der Investoren. Sie fragen sich, ob Salesforce‘ traditionelles Geschäftsmodell – Bezahlung pro Nutzer-Lizenz – durch die eigene Technologie bedroht wird.
Das Stichwort heißt „SaaSpocalypse“: Wenn ein KI-Agent die Arbeit mehrerer Angestellter übernimmt, brauchen Firmen weniger Lizenzen. Salesforce hat zwar mit „Agentforce“ ein Produkt für automatisierte Workflows gestartet. Aber der Markt zweifelt, ob die neuen Erlöse schnell genug skalieren.
Ein Indiz für die Nervosität: SG Americas Securities hat seinen Salesforce-Anteil im letzten Meldezeitraum um fast 28 Prozent reduziert.
Gegensteuern mit Databricks
Parallel dazu versucht Salesforce, die Zweifel mit einer Partnerschaft zu entkräften. Der Konzern baut die Zusammenarbeit mit Databricks aus. Ziel ist es, Unternehmensdaten sicher mit KI-Workflows zu verbinden – ohne dass Daten zwischen Plattformen verschoben werden müssen.
Analysten sehen solche Allianzen als entscheidend. Salesforce will beweisen, dass die Plattform unverzichtbar bleibt, selbst wenn die Arbeit von Maschinen statt Menschen erledigt wird.
Zwischen Absturz und Kaufsignal
Die Kursschmelze hat kritische technische Marken erreicht. Der RSI liegt bei 30,5 – die Aktie steht kurz vor der offiziell überverkauften Zone. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt fast 30 Prozent.
Trotz des Charts – den einige Beobachter als „Scherbenhaufen“ bezeichnen – sehen andere einen Kaufmoment. Morningstar hat Salesforce mit „5 Sterne“ bewertet und signalisiert damit deutliche Unterbewertung. Auch Monness, Crespi, Hardt bleibt bei „Kaufen“ und verweist auf operativen Margen von über 34 Prozent.
Die Frage ist, ob diese Fundamentaldaten gegen den Abwärtssog ankommen. Am 52-Wochen-Tief von 129,22 Euro könnte sich ein erster Halt bilden. Oder die Serie reißt nicht.
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