Salesforce Aktie: $278,74 Kursziel der Wall Street

Salesforce verzeichnet solide Umsätze und KI-Wachstum, leidet aber unter Branchenpanik und Konkurrenzangst. Analysten sehen Kurspotenzial.

Dieter Jaworski ·
Salesforce Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie trotz operativer Stärke unter Druck
  • ServiceNow-Quartalsbericht löste Sektorschock aus
  • KI-Produkt Agentforce mit starkem Wachstum
  • Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Starke Zahlen, einbrechender Kurs — bei Salesforce klaffen operative Realität und Marktbewertung derzeit weit auseinander. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 29 Prozent verloren, nicht weil das Geschäft strauchelt, sondern weil der gesamte Enterprise-Software-Sektor unter Druck steht.

Fremdverschulden: ServiceNow löst Kettenreaktion aus

Den schärfsten Einbruch erlebte die Aktie am 23. April. An einem einzigen Handelstag verlor sie neun Prozent auf 172,55 Dollar — ausgelöst nicht durch eigene Nachrichten, sondern durch den Quartalsbericht von ServiceNow. Dessen Management warnte vor Margendruck durch eine Akquisition, was Anleger in eine Panikreaktion trieb und die gesamte Branche mitreißt.

Seitdem versucht sich der Sektor zu stabilisieren. Am Dienstag legte Salesforce rund zwei Prozent zu. Technisch bleibt das Bild angespannt: Der Kurs notiert unterhalb des 50- und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei rund 197 Euro liegt — ein Abstand von über 21 Prozent.

Agentforce wächst, Skepsis bleibt

Operativ liefert Salesforce. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 41,5 Milliarden Dollar, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow belief sich auf 14,4 Milliarden Dollar. Das KI-Produkt Agentforce verzeichnete einen annualisierten Umsatz von 800 Millionen Dollar — ein Anstieg von 169 Prozent — bei 29.000 abgeschlossenen Deals.

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management einen Umsatz zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar an. Obendrein wurde ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 50 Milliarden Dollar autorisiert. Den Kurs bewegt das bislang kaum.

KI-Angst überlagert Fundamentaldaten

Das eigentliche Problem ist die Wahrnehmung. Investoren fürchten, dass Microsoft Copilot und OpenAI-Agenten den CRM-Markt erodieren könnten. Verstärkt wurden diese Sorgen, als das KI-Startup Anthropic seine Claude-Cowork-Plugins vorstellte — ein Signal, dass KI-Agenten klassische SaaS-Plattformen ersetzen statt ergänzen könnten.

Wedbush-Analyst Dan Ives hält diese Einschätzung für übertrieben. Nach Gesprächen mit IT-Entscheidern sieht er KI-Projekte in der Breite von der Experimentierphase in den produktiven Einsatz wechseln — mit hohen Wechselkosten und tiefer Datenintegration als strukturellen Schutzwällen für etablierte Plattformen wie Salesforce.

Partnerschaft mit Google Cloud als Gegengewicht

Parallel dazu hat Salesforce seine strategische Positionierung ausgebaut. Am 22. April verkündeten Salesforce und Google Cloud eine erweiterte Partnerschaft: KI-Agenten sollen künftig durchgängige Workflows über beide Plattformen hinweg ausführen können. Agentforce unterstützt nun nativ Googles Gemini-Modelle, mehr als 1.400 Kunden nutzen die Integration bereits.

Das Abkommen hat allerdings eine Kehrseite: Je tiefer Hyperscaler wie Google in die Workflows eingebettet sind, desto stärker könnte Salesforces Verhandlungsposition langfristig unter Druck geraten.

Von 35 Analysten, die die Aktie abdecken, empfehlen die meisten den Kauf — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 278,74 Dollar. Zum aktuellen Kurs von 154,70 Euro entspricht das einer impliziten Aufwärtsbewertung, die den Markt derzeit schlicht nicht interessiert. Der RSI liegt bei 20 — ein Niveau, das technisch als stark überverkauft gilt. Ob das als Boden reicht, entscheidet sich mit den nächsten Quartalszahlen, die Salesforce für Ende Mai erwartet.

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Salesforce Aktie

155,80 EUR

+ 1,90 EUR +1,23 %
KGV 22,84
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,96 %
Marktkapitalisierung 145,74 Mrd. EUR
ISIN: US79466L3024 WKN: A0B87V

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