Samsung Electronics Aktie: Rechenzentren unter Druck
Hohe US-Renditen belasten Samsung, während Proteste gegen Rechenzentren mögliche Verzögerungen bei KI-Projekten in den Fokus rücken.
Kurz zusammengefasst
- Samsung-Aktie verliert 1,5 Prozent
- SK Hynix gibt 3,7 Prozent nach
- US-Rendite liegt über 5,30 Prozent
- Proteste verzögern oder stoppen KI-Projekte
Samsung Electronics gibt am Dienstag 1,5 Prozent nach. Der Kospi schließt 0,89 Prozent im Minus bei 6.941 Punkten, nachdem er seine frühen Gewinne abgegeben hat. Technologiewerte stehen in Seoul unter Verkaufsdruck, weil die hohen Anleihenrenditen Sorgen bereiten. Konkurrent SK Hynix verliert noch deutlicher, nämlich 3,7 Prozent.
Damit entkoppelt sich Südkorea vom übrigen Handel in der Region. In Tokio und Hongkong legen die Leitindizes zu, in Australien steigt der Markt den dritten Tag in Folge. Die Nasdaq hatte über Nacht ein Rekordhoch markiert, getragen von KI- und Technologiewerten. Die Seouler Technologiebranche erreichte dieser Rückenwind nicht.
Zinsdruck belastet Wachstumswerte
Hinter der Schwäche steht vor allem die Zinsseite. Die zehnjährige US-Rendite liegt über 5,30 Prozent. Neue Daten zeigen zudem, dass der Preisdruck im US-Dienstleistungssektor im September auf den höchsten Stand seit über vier Jahren gestiegen ist. Hohe Renditen schmälern die Attraktivität von Wachstumswerten, zu denen Chiphersteller zählen.
Der Ölmarkt liefert dagegen eher Entlastung. Brent fiel zeitweise unter 100 Dollar je Barrel, weil sich die Rohölexporte des Nahen Ostens wieder dem Vorkriegsniveau nähern. Für Samsung reichte das nicht, um den Zinseffekt auszugleichen.
Widerstand gegen Rechenzentren wächst
Ein zweiter Faktor wirkt langfristiger. Die Proteste gegen Rechenzentren, die in den USA begonnen haben, erreichen inzwischen Europa und Asien. Auch in Südkorea formiert sich Widerstand, obwohl die Regierung KI-Rechenzentren im Juni zu einem von drei großen Investitionsprojekten erklärt hat, neben Halbleitern und physischer KI.
Im Seouler Bezirk Geumcheon fordern Anwohner, die Baugenehmigung für ein Rechenzentrum zu widerrufen. Sie demonstrierten zuletzt seit mehr als 170 Tagen. Die Behörden wollen künftig die Zustimmung der Mehrheit der Anwohner im Umkreis von 200 Metern verlangen. In Gwacheon schlug ein Stadtratsmitglied eine Verordnung zum Schutz vor Risiken wie Batteriebränden vor.
Für Samsung als Zulieferer von Speicherchips ist das mittelbar relevant. Verzögerte oder gestrichene Projekte könnten die Nachfrage nach KI-Hardware bremsen. Bislang zeigt der KI-Boom allerdings kaum Ermüdung. Nach Berechnungen von STL Partners sind weltweit bereits Investitionen von rund 119 Milliarden Dollar durch lokale Proteste verzögert oder abgesagt worden, davon etwa 42 Milliarden in Europa.
Die Marktteilnehmer richten den Blick nun auf das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank und die Reden einflussreicher Fed-Vertreter, die noch am Dienstag anstehen. Sie dürften die Richtung der Renditen und damit auch der Chipwerte vorgeben.
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