Samsung Electronics Aktie: SK Hynix geht an Nasdaq
Samsung Electronics erlebt eine turbulente Woche mit Kursrutsch trotz Rekordzahlen, gefolgt von einer deutlichen Erholung am Freitag.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erholt sich um fast vier Prozent
- Gewinnmitnahmen als Ursache für Kursrutsch
- Analysten sehen keine KI-Blase
- Engpass bei Speicherchips bis 2028 erwartet
Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Samsung Electronics klafften Realität und Börsenstimmung in dieser Woche weit auseinander. Trotz eines Rekordquartals rutschte die Aktie zunächst massiv ab. Am Freitag meldeten sich die Käufer zurück. Das Papier sprang um fast vier Prozent auf 289.000 Won.
Gewinnmitnahmen statt Blase
Der Kursrutsch der vergangenen Tage wirkte brutal. Greg Noh von HMC Investment Securities sieht einen simplen Grund für die Turbulenzen. Die Aktie war im Vorfeld schlicht zu stark gestiegen. Das machte das Papier extrem anfällig für Gewinnmitnahmen.
Ein Blick auf die Daten bestätigt diese These. Auf Jahressicht notiert die Samsung-Aktie immer noch rund 125 Prozent im Plus. Vom Rekordhoch bei 374.500 Won aus Mitte Juni hat sich der Kurs dennoch um knapp 23 Prozent entfernt.
Engpass statt Überangebot
Koreanische Analysten wischen die Sorge vor einer platzenden KI-Blase resolut beiseite. Kim Sun-woo von Meritz Securities findet dafür deutliche Worte. Wer jetzt vor einer Blase warne, ähnele einem Kutscher beim Anblick des ersten Autos. Die Nachfrage nach Speicherchips übersteigt das Angebot derzeit massiv.
Diese Knappheit dürfte laut Meritz mindestens bis zum vierten Quartal des nächsten Jahres anhalten. Kyobo Securities teilt diese Einschätzung. Analyst Choi Bo-young prognostiziert sogar einen strukturellen Engpass bis 2028. Autonome KI-Agenten treiben den Bedarf an Speicherchips unerbittlich an.
Samsung dominiert diesen Markt weiterhin. Bei klassischen DRAM-Chips hält der Konzern einen weltweiten Anteil von 38 Prozent. Im Bereich NAND-Flash sind es 29 Prozent. Diese Marktmacht schlägt sich in extremen Gewinnprognosen nieder.
HMC Investment Securities erwartet für das laufende Jahr einen operativen Gewinn von 250 Milliarden US-Dollar. Nächstes Jahr sollen es 370 Milliarden Dollar werden.
Einige Analysten gehen bei ihren Schätzungen noch weiter. Sie sehen den Ertrag von Samsung Electronics bis 2027 auf 385 Milliarden Dollar klettern.
Konkurrenz wagt den Sprung
Parallel dazu rückt die Konkurrenz in den Fokus der Wall Street. Der südkoreanische Rivale SK Hynix bringt am heutigen 10. Juli seine Hinterlegungsscheine an die US-Technologiebörse Nasdaq. Dieser Schritt erleichtert amerikanischen Investoren den direkten Einstieg. Der gesamte koreanische Speichersektor stellt sich damit ab sofort einem direkten Kräftemessen auf dem US-Markt.
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