SanDisk: 780 Prozent Jahresgewinn bremst Index-Wechsel
Der Speicherhersteller wechselt vom Value- ins Growth-Segment, was Verkaufsdruck auslöst. Analysten bleiben dennoch optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Wechsel von Value- zu Growth-Index
- Passive Fonds müssen Anteile verkaufen
- Citi erhöht Kursziel auf 2.500 Dollar
- Umsatz verdoppelt sich auf sechs Milliarden
SanDisk gehört mit einem Kursplus von 780 Prozent zu den Überfliegern des Jahres. Aktuell bremst jedoch ein mechanischer Effekt die rasante Rally. Der Speicherspezialist wechselt das Index-Lager. Das zwingt viele Fonds zum Handeln.
Raus aus Value, rein in Growth
Seit dem 29. Juni gelten die neuen Gewichtungen der Russell-Indizes. SanDisk wandert dabei komplett vom Value- in das Growth-Segment. Die Folge: Passive Value-Fonds müssen ihre Anteile abstoßen. Dieser Verkaufsdruck traf am Montag auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresauftakt.
Die Aktie schwankte massiv zwischen 1.895 und 2.120 US-Dollar. Am Ende hinkte das Papier dem starken Gesamtmarkt spürbar hinterher.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Wall Street lässt sich von den technischen Turbulenzen nicht beirren. Citi-Analystin Asiya Merchant hob ihr Kursziel auf 2.500 US-Dollar an. Sie erwartet bis 2027 knappe Kapazitäten bei NAND-Speichern. Insgesamt raten 14 Analysten zum Kauf der Aktie.
Das operative Geschäft stützt diesen Optimismus. Im abgelaufenen Quartal verdoppelte sich der Umsatz nahezu auf knapp sechs Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn erreichte 3,6 Milliarden US-Dollar. Für das Schlussquartal peilt das Management bis zu 8,25 Milliarden US-Dollar Umsatz an.
Steigende Preise treiben den Markt
Der gesamte Speichermarkt profitiert vom KI-Boom. Konkurrent Micron meldete kürzlich extrem knappe Kapazitäten. Viele Hersteller verlagern ihre Produktion auf KI-Beschleuniger. Dadurch dürften die NAND-Preise im zweiten Quartal um bis zu 75 Prozent steigen.
Aktuell dominieren institutionelle Anleger die Aktionärsstruktur. Vanguard hält mit 8,47 Prozent den größten Anteil am Unternehmen. Private Investoren besitzen knapp 18 Prozent der Papiere.
Auf der Käuferseite formiert sich derweil neue Unterstützung. In den kommenden Wochen werden passive Growth-Fonds massiv Positionen aufbauen, um den Index abzubilden. Diese neuen Mittelzuflüsse dürften den aktuellen Verkaufsdruck schrittweise absorbieren.
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