SANDISK Aktie: 30,92 Prozent Monatsminus
Sandisk meldet Rekordumsatz, doch der Ausblick auf das September-Quartal enttäuscht. Analysten senken Kursziele, während Aktie deutlich nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- Rekordumsatz von 8,97 Milliarden Dollar
- Kursrutsch trotz starker Quartalszahlen
- Analysten kürzen Kursziele deutlich
- Neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt
Sandisk hat am Mittwoch die höchsten Quartalszahlen der Firmengeschichte vorgelegt – und wurde dafür an der Börse abgestraft. Der Speicherhersteller meldete für das vierte Fiskalquartal einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei einem GAAP-Nettogewinn von 6,90 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Fiskaljahr 2026 stand ein Umsatz von 20,25 Milliarden US-Dollar zu Buche, 175 Prozent mehr als im Vorjahr. Anleger reagierten trotzdem mit Verkäufen: Am Freitag schloss die Aktie bei 1.050,00 Euro, ein Tagesverlust von 4,55 Prozent. Auf Monatssicht steht seit einer Woche mit Blick auf die vergangenen 30 Tage sogar ein Rückgang von 30,92 Prozent zu Buche.
Ausblick und Margendruck als Auslöser
Der Grund für den Kursrutsch liegt nicht in der Vergangenheit, sondern im Ausblick. Für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 stellte Sandisk einen Umsatz zwischen 10,30 und 10,80 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 44,00 bis 46,00 US-Dollar in Aussicht. Auf den ersten Blick klingt das nach weiterem Wachstum, doch der Markt hatte mehr erwartet. Besonders die Signale zur Preisentwicklung bei NAND-Speicherchips sorgten für Enttäuschung: Das Unternehmen rechnet für das September-Quartal nur noch mit moderaten Steigerungen bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen – nach den kräftigen Preissprüngen, die die Aktie im vergangenen Jahr angetrieben hatten, ein deutliches Abbremsen.
Analysten uneins: Kursziele im Rückzug
Am Donnerstag reagierten mehrere Analysehäuser mit teils kräftigen Kürzungen ihrer Kursziele. Jefferies-Analyst Blayne Curtis senkte sein Ziel von 3.000 auf 1.750 US-Dollar, ein Abschlag von 1.250 US-Dollar, hielt aber an seiner Kaufempfehlung fest. Er begründete den Schritt mit der sich abschwächenden NAND-Preisdynamik, die aus seiner Sicht eine merkliche Verlangsamung gegenüber dem Preisschub der vergangenen Quartale markiert. Wells Fargo-Analyst Aaron Rakers ging einen Schritt weiter und stufte die Aktie von Übergewichten auf Neutral zurück, sein Kursziel fiel von 1.600 auf 1.420 US-Dollar.
Andere Häuser blieben trotz Kürzungen optimistisch. Evercore ISI reduzierte sein Ziel von 3.100 auf 2.800 US-Dollar, verwies aber darauf, dass die für das September-Quartal projizierten Bruttomargen von 83 bis 85 Prozent über den Konsensschätzungen liegen. Auch Mizuho und Citi kappten ihre Zielmarken – auf 1.900 respektive 2.100 US-Dollar –, ohne von ihrer positiven Grundhaltung abzurücken. Morgan Stanley bestätigte am Donnerstag Rating und Kursziel von 1.750 US-Dollar und verwies auf eine weiterhin robuste NAND-Nachfrage trotz des vorsichtigen kurzfristigen Ausblicks. Wedbush beließ seine Einschätzung bei 2.000 US-Dollar und argumentierte, Sandisk gehe bei der Preisguidance möglicherweise erneut konservativ vor; anhaltende Angebotsengpässe und langfristige Lieferverträge könnten Preise und Profitabilität in den kommenden Jahren stützen. Einen Ausreißer nach oben lieferte RBC Capital: Analyst Srini Pajjuri hob sein Kursziel an, blieb damit aber mit 1.300 US-Dollar weiterhin die niedrigste Schätzung unter den großen Häusern.
Rückkäufe, Investorentag und neue Technologie-Allianzen
Parallel zu den Zahlen kündigte der Vorstand ein zusätzliches Rückkaufprogramm über 14 Milliarden US-Dollar an, womit sich das verbleibende Gesamtvolumen auf 15,5 Milliarden US-Dollar erhöht. Zudem berichtete das Unternehmen von fünf weiteren Vereinbarungen im Rahmen seines „New Business Model“, darunter drei mit neuen Kunden und zwei Erweiterungen bestehender Verträge – zusätzlich zu den fünf Abschlüssen, die bereits im April-Call verkündet worden waren.
Auf technologischer Seite veröffentlichten Sandisk und SK hynix gemeinsam über das Open Compute Project die technische Spezifikation für „High Bandwidth Flash“ (HBF), eine Speichertechnologie für KI-Inferenz-Anwendungen. An dem Standardisierungsprozess, der erst sechs Monate zuvor begonnen hatte, beteiligten sich inzwischen auch Google und Tenstorrent. Am 13. August lädt Sandisk zu seinem Investorentag, bei dem Vorstandschef David Goeckeler und Finanzchef Luis Visoso die Geschäftslage und den weiteren Ausblick erläutern wollen. Institutionelle Investoren zeigten sich zuletzt uneinheitlich positioniert: Während Dimensional Fund Advisors eine neue Position im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar aufbaute, reduzierte der Fonds Delta Global Management seinen Bestand im zweiten Quartal deutlich.
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