SanDisk: Morgan Stanley sieht 25 Prozent Preisanstieg
Nach dreitägigem Ausverkauf legt die SanDisk-Aktie zu. Analysten von Morgan Stanley sehen den Speicherchip-Sektor als unterbewertet an und prognostizieren steigende Preise.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erholt sich nach Kursrutsch
- Morgan Stanley sieht Einstiegschance
- Speicherchip-Preise sollen steigen
- Quartalszahlen am 5. August erwartet
Drei Tage Ausverkauf, dann die Kehrtwende: SanDisk-Aktien schossen am Montag nach oben, nachdem Morgan Stanley den Speicherchip-Sektor für unterbewertet erklärte. Für Anleger, die seit Wochen nur Verluste sahen, kam die Nachricht wie gerufen.
Die Aktie schloss bei 1.220,00 Euro, ein Plus von 2,52 Prozent. Trotzdem bleibt der Titel tief in den roten Zahlen: Auf Wochensicht steht ein Minus von 21,29 Prozent, auf Monatssicht sogar von 38,69 Prozent. Der RSI von 39,9 zeigt: Die Aktie ist noch nicht überkauft, aber die Erholung hat gerade erst begonnen.
Morgan Stanley sieht Kaufgelegenheit
Analyst Joseph Moore von Morgan Stanley nutzte den Ausverkauf für eine klare Ansage. Warum die Anleger zuvor überhaupt verkauft hatten, blieb unklar. Moore selbst sprach von Glück im Unglück und stufte die Schwäche als Einstiegschance ein.
Sein Argument: Das Angebot wird die Nachfrage nach Speicherchips weder dieses noch nächstes oder übernächstes Jahr einholen. Konkret rechnet Morgan Stanley mit einem Preisanstieg von 25 Prozent bei Speicherchips. Micron und SanDisk reagierten prompt – beide Aktien legten am Montag über vier Prozent zu.
Ein brutaler Ausverkauf
Ausgelöst hatte die Talfahrt ein neues KI-Modell aus China, das am 17. Juli die US-Chipbranche erschütterte. Zwischen dem 13. und 17. Juli verlor SanDisk allein 24,5 Prozent. Rechnet man bis zum vergangenen Freitag zurück, stand ein Minus von 29,3 Prozent zu Buche.
Im Vergleich zu den Wettbewerbern zeigte sich SanDisk als der Schwächste der Gruppe. Micron erholte sich um 37,6 Prozent des vorherigen Wochenverlusts. Western Digital und der Chip-Index SOXX kamen jeweils auf etwa 24 Prozent Erholung – SanDisk blieb hinter beiden zurück.
Der Blick geht Richtung August
Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. Am 5. August veröffentlicht SanDisk die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal, am 13. August folgt der Investor Day.
Für das vierte Quartal peilt das Unternehmen einen bereinigten Gewinn zwischen 30 und 33 US-Dollar je Aktie an. Zum Vergleich: Im dritten Quartal lag der bereinigte Gewinn bei 23,41 US-Dollar, der Umsatz bei 5,95 Milliarden US-Dollar. Die Guidance für das Gesamtjahr sieht einen Umsatz nahe der 8-Milliarden-Dollar-Marke vor.
Institutionelle Analysten hinterfragen zunehmend, wie lange die hohen Investitionen der Hyperscaler noch anhalten. Genau diese Sorge nährt Zweifel, ob die ambitionierte Gewinnprognose für das vierte Quartal tatsächlich haltbar ist.
Bewertung wirkt günstig, Volatilität bleibt hoch
Trotz der Turbulenzen sieht die Bewertung im Sektorvergleich moderat aus. SanDisk wird mit dem 6,4-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, Micron mit dem 5,7-Fachen, der Chip-Index SOXX dagegen mit dem 22,8-Fachen. Diese niedrige Kennzahl spiegelt allerdings hohe Gewinnerwartungen wider – nicht zwingend einen günstigen Kurs.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 143,34 Prozent zeigt, wie nervös der Titel derzeit gehandelt wird. Zum 52-Wochen-Tief von 1.130,00 Euro, erreicht erst am 17. Juli, beträgt der Abstand nur noch knapp acht Prozent. Vom Rekordhoch bei 2.060,00 Euro aus dem Juni trennen die Aktie dagegen mehr als 40 Prozent.
Der Investor Day am 13. August dürfte zeigen, wie viel vom aktuellen Gewinnsprung strukturell ist – und wie viel nur der Zyklik geschuldet war. Bis dahin bleibt der Titel anfällig für jede neue Nachricht aus der Chipbranche und für Kommentare der großen Cloud-Kunden zu ihren KI-Investitionen.
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