SanDisk: Quartalszahlen am 5. August
SanDisk-Aktie zeigt extreme Schwankungen vor dem wichtigen Quartalsbericht am 5. August. Analysten sehen trotz China-Konkurrenz Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Kurs stark unter Jahreshoch
- Quartalszahlen am 5. August
- Analysten heben Kursziele an
- China-Konkurrenz belastet Aktie
SanDisk-Aktien schwanken derzeit heftiger als fast jeder andere große Techwert an der Wall Street. Kaum eine Woche vergeht ohne einen zweistelligen Ausschlag nach oben oder unten. Am Donnerstag ging es moderat um 0,71 Prozent nach oben, auf 1.420 Euro. Der Kurs bleibt trotzdem 31 Prozent unter seinem Jahreshoch von 2.060 Euro.
Ausgelöst hatte die jüngste Erholung eine Kursziel-Anhebung durch einen Analysten, der seine Einstufung im Bereich „Halten“ beließ, das Ziel aber um 370 Dollar erhöhte. Nur einen Tag zuvor war die Aktie bereits um mehr als 10 Prozent gesprungen. Der Grund: optimistische Analystenkommentare und eine breite Tech-Rally, die auch die Nasdaq-Futures um 1,3 Prozent trieb.
Morgan Stanley sieht Kaufchance in der Schwäche
Besonders Gewicht hatte die Einschätzung von Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore. Er bezeichnete den jüngsten Rücksetzer bei US-Speicherchip-Aktien als attraktive Kaufgelegenheit. Sein Argument: Die Datenzentren-Nachfrage nach Speicherchips bleibt angespannt.
Moore rechnet mit einem Preisanstieg bei Speicherchips von mindestens 25 Prozent zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2026. Seine Kanalprüfungen fanden keine Hinweise darauf, dass sich die Angebotsknappheit im Datenzentren-Markt entspannt.
Der 5. August wird zur Nagelprobe
Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. SanDisk meldet seine nächsten Quartalszahlen am 5. August nach Handelsschluss. Die vergangenen zwei Berichte hatten die Aktie jeweils deutlich nach oben katapultiert — Investoren fragen sich, ob sich das Muster wiederholt.
Das Unternehmen selbst rechnet für das vierte Quartal mit einem Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar. Das wäre ein Plus von 30 bis 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für 2026 ist SanDisk bei seinen KI-Speicherlaufwerken bereits komplett ausverkauft, der Auftragsbestand lag zuletzt bei mindestens 42 Milliarden Dollar.
Nur acht Tage nach den Zahlen folgt am 13. August ein weiterer Termin: SanDisks Investorentag. Dort will das Management die mehrjährige Pipeline langfristiger Lieferverträge sowie neue Finanzziele konkretisieren.
China-Konkurrenz sorgt für Gegenwind
Nicht alle Signale sind bullish. Ein Teil des jüngsten Ausverkaufs ging auf wachsende Sorgen um Chinas Halbleiterindustrie zurück. ChangXin Memory Technologies hat sich zu einem ernsthaften Akteur im DRAM-Markt entwickelt und investiert massiv in neue Produktionskapazitäten.
Berichte, wonach Apple CXMT-Speicherchips für in China verkaufte Geräte testet, verstärkten die Sorgen um heimische chinesische Anbieter zusätzlich. Trotzdem bleiben die Kursziele der großen Banken deutlich über dem aktuellen Niveau. Bank of America hob ihr Ziel am 1. Juli auf 2.500 Dollar an, Bernstein ging Ende Juni auf 3.000 Dollar, Citigroup folgte mit 2.500 Dollar.
Extreme Schwankungsbreite als Normalzustand
Wie nervös der Markt bei diesem Titel reagiert, zeigt der Vergleich der vergangenen zwölf Monate: Die Aktie pendelte zwischen 1.130 Euro und 2.060 Euro. Aktuell liegt der RSI bei 47 — ein neutraler Wert, der weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale liefert.
Genau diese Unsicherheit dürfte bis zum 5. August anhalten. Der Markt versucht derzeit, explosive KI-Nachfrage mit wachsenden Fragen zu Angebot und chinesischer Konkurrenz in Einklang zu bringen. Die Quartalszahlen dürften zeigen, welche der beiden Kräfte gerade die Oberhand gewinnt.
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