Sanofi Aktie: Brüssel beendet Impfstoff-Verfahren
Sanofi muss frühere Aussagen zu Fluad korrigieren und künftig auf abwertende Kommunikation verzichten; eine Geldbuße wurde nicht verhängt.
Kurz zusammengefasst
- EU-Kommission beendet Kartelluntersuchung
- Sanofi korrigiert frühere Aussagen zu Fluad
- Verbindliche Vorgaben für künftige Werbung
- Geldbußen drohen erst bei Verstößen
Die EU-Kommission hat das Kartellverfahren rund um Sanofis Grippeimpfstoff-Werbung abgeschlossen. Der Konzern verpflichtet sich rechtsverbindlich, einen Konkurrenten nicht mehr herabzusetzen. Eine Geldbuße bleibt vorerst aus.
Worum es im Verfahren ging
Im Kern stand die Werbung für den Impfstoff Efluelda. Die Kommission hatte den Verdacht, dass Sanofi das Präparat in Deutschland und Frankreich seit 2024 mit falschen oder irreführenden Aussagen als dem Konkurrenzprodukt Fluad des australischen Herstellers CSL überlegen darstellte. Dabei könnte der Konzern seine Marktmacht ausgenutzt haben.
Die Brüsseler Behörde durchsuchte im September 2025 Räumlichkeiten in beiden Ländern und leitete im Juni 2026 förmlich eine Untersuchung ein. Sanofi wies die Vorwürfe zurück und betonte, im Einklang mit allen Gesetzen gehandelt zu haben. Im August holte die Kommission Rückmeldungen zu den angebotenen Selbstverpflichtungen ein.
Das muss Sanofi jetzt tun
Der Konzern soll die Folgen früherer Botschaften über Fluad korrigieren. Dazu überarbeitet er Werbematerialien und veröffentlicht online eine Erklärung, die die wissenschaftlichen Belege für beide Impfstoffe anerkennt. Künftig unterlässt Sanofi jede Kommunikation, die Zweifel an der Wirksamkeit des Rivalen weckt.
Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte, marktbeherrschende Pharmaunternehmen verzerrten mit irreführenden Informationen den Wettbewerb und untergrüben die Wahlfreiheit von Ärzten und Patienten.
Sanktionen nur bei Verstößen
Die Zusagen sind bindend. Hält sich Sanofi nicht daran, drohen bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes als Geldbuße. Alternativ kann die Kommission ein tägliches Zwangsgeld von fünf Prozent des Tagesumsatzes verhängen.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. In Paris legte die Aktie zeitweise um 0,06 Prozent auf 70,78 Euro zu. Der Markt wertet die Einigung offenbar als erwartbaren Schlusspunkt, zumal ohne Strafzahlung. Für Sanofi bedeutet der Fall vor allem Auflagen bei der Impfstoffkommunikation, die der Konzern in den kommenden Grippesaisons einhalten muss.
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