Sanofi Aktie: MOBILIZE-Studie gestoppt
Sanofi stoppt die MOBILIZE-Studie zu Riliprubart mangels Wirksamkeit. Die Jahresprognose bleibt unverändert, eine zweite Studie läuft weiter.

Kurz zusammengefasst
- MOBILIZE-Studie vorzeitig gestoppt
- Keine Sicherheitsbedenken aufgetreten
- Jahresprognose bleibt unverändert
- VITALIZE-Studie noch in Prüfung
Ein Rückschlag für Sanofis Komplementinhibitor riliprubart: Die MOBILIZE-Phase-3-Studie bei CIDP-Patienten, die auf Standardtherapien nicht ansprechen, wird vorzeitig beendet.
Den Ausschlag gab eine Zwischenanalyse eines unabhängigen Datenüberwachungskomitees. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Studie wahrscheinlich keinen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis liefern wird. Sicherheitssignale für riliprubart wurden dabei keine identifiziert — das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs bleibt also intakt.
Kein finanzieller Schaden, Guidance bleibt stehen
Für Aktionäre gibt es immerhin eine klare Botschaft: Der Abbruch der MOBILIZE-Studie verursacht keine nennenswerten Kosten, und an der Finanzprognose für 2026 ändert sich nichts. Das nimmt dem Ereignis etwas von seinem Stachel.
Offen bleibt, welche Schlüsse Sanofi aus den MOBILIZE-Daten für das restliche riliprubart-Programm zieht. Die VITALIZE-Phase-3-Studie — ebenfalls bei CIDP, aber mit IVIg-vorbehandelten Patienten — wird noch bewertet. Ein Ende beider Studienlinien ist damit nicht beschlossen.
Riliprubart unter Beobachtung
CIDP ist eine seltene neurologische Erkrankung, bei der das Immunsystem die Myelinscheiden peripherer Nerven angreift. Rund 30 Prozent der Patienten sprechen auf etablierte Therapien gar nicht an — genau diese Gruppe sollte MOBILIZE adressieren. Das riliprubart-Konzept: Der IgG4-Antikörper hemmt selektiv die aktivierte C1s-Protease im klassischen Komplementweg und soll so die entzündliche Demyelinisierung bremsen.
Dass ausgerechnet die therapierefraktäre Patientengruppe keinen ausreichenden Nutzen zeigte, wirft Fragen zum Wirkmechanismus in dieser Indikation auf. Parallel hat Sanofi heute einen weiteren Fortschritt im Pipeline-Portfolio: Kooperationspartner Kymera Therapeutics hat den ersten Patienten in einer Phase-1-Studie mit dem oralen IRAK4-Degrader KT-485 dosiert — ein Meilenstein, der eine Zahlung von 20 Millionen Dollar an Kymera auslöst und Sanofis breites Immunologie-Engagement unterstreicht.
Der Rückschlag bei MOBILIZE ist real, aber eingeordnet: Die Jahresziele stehen, ein zweiter Riliprubart-Pfad läuft noch, und das übrige Immunologie-Portfolio liefert weiter Bewegung.
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