SAP: 2,18 Millionen Aktien im Juli
SAP stockt Rückkaufprogramm auf: 2,18 Mio. Aktien erworben, während die Aktie unter 158 Euro notierte. Seitdem legte der Kurs deutlich zu.

Kurz zusammengefasst
- Rückkauf von 2,18 Millionen Aktien
- Durchschnittspreis: 157,62 Euro
- Kurs seitdem um 20 Prozent gestiegen
- Kontroverse um n8n-Beteiligung
SAP hat sein laufendes Aktienrückkaufprogramm im Juli kräftig vorangetrieben. Wie der Softwarekonzern am Dienstag mitteilte, erwarb das Unternehmen zwischen dem 27. und 31. Juli insgesamt 2.184.430 eigene Aktien über die Handelsplattform Xetra. Das aggregierte Volumen dieser Woche belief sich auf 344.318.633,84 Euro, der durchschnittliche Kaufkurs lag bei 157,62 Euro je Aktie.
Rückkäufe zu deutlich niedrigeren Kursen als heute
Die Details der Kapitalmarktinformation zeigen ein bemerkenswertes Muster: Am 27. Juli kaufte SAP noch zu 144,82 Euro pro Aktie, tags darauf zu 153,40 Euro. Zum Wochenende hin zogen die Kurse an – am 29. Juli zahlte der Konzern bereits 160,59 Euro, am 31. Juli 156,23 Euro. Das Volumen variierte parallel stark: Während am ersten Tag lediglich 79.424 Aktien den Besitzer wechselten, waren es am 29. Juli bereits 647.000 Stück.
Die Rückkäufe fanden damit zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Aktie noch deutlich unter ihrem aktuellen Niveau notierte. Am Dienstag schloss das Papier bei 168,80 Euro – gut 11 Euro über dem Durchschnittspreis, den SAP für die Rückkäufe in der Vorwoche zahlte. Der Konzern hat damit zu vergleichsweise günstigen Kursen zugeschlagen, kurz bevor die Aktie an Fahrt aufnahm. Über die vergangenen 30 Tage legte das Papier um 20,02 Prozent zu, ein Zeichen für die Dynamik, die zuletzt in den Titel zurückgekehrt ist.
Für Anleger ist die Rückkaufserie mehr als eine buchhalterische Randnotiz. Aktienrückkäufe reduzieren die Zahl der im Umlauf befindlichen Papiere und stärken damit rechnerisch Gewinn- und Dividendenkennziffern pro Aktie. Dass SAP das Programm gerade in einer Phase relativer Kursschwäche intensivierte, deutet auf Vertrauen des Managements in eine Bewertung, die man selbst für günstig hält.
Aktie hat sich von den Tiefs deutlich gelöst
Die jüngste Erholung fällt in eine Phase, in der die SAP-Aktie zuvor kräftig unter Druck geraten war. Vom 52-Wochen-Tief aus, das am 23. Juli erreicht wurde, hat sich der Kurs um 32,37 Prozent nach oben bewegt. Der Rückkauf zu Kursen um 157 Euro fiel damit fast exakt in die Phase kurz nach diesem Tiefpunkt – ein Timing, das sich aus heutiger Sicht als vorteilhaft erweist.
Trotz der jüngsten Rally bleibt die Aktie von ihren früheren Höhen weit entfernt. Zusätzliche Impulse lieferte in der vergangenen Woche eine kräftige Kursbewegung: Am 3. August war das Papier bereits um 4,91 Prozent auf 165,42 Euro gesprungen, bevor der weitere Anstieg zum Wochenschluss folgte.
Kontroverse um n8n-Beteiligung belastet das Bild
Parallel zur Rückkauf-Nachricht sorgte ein anderes Thema für Diskussionen: SAP hatte rund 60 Millionen Euro in das Automatisierungs-Startup n8n investiert und hält daran einen Anteil von knapp 1,3 Prozent, bei einer Unternehmensbewertung von 5,2 Milliarden US-Dollar. Berichten zufolge entwickelte SAP jedoch intern zeitgleich ein eigenes Konkurrenzprodukt zu n8n, während die Partnerschaft nach außen öffentlich gefeiert wurde. Der Vorgang wirft Fragen zum Umgang des Konzerns mit strategischen Beteiligungen und Partnerschaften auf, ohne dass bislang eine Reaktion von n8n selbst dokumentiert ist.
Für Investoren bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite ein aktives, konsequent fortgeführtes Rückkaufprogramm, das in Schwächephasen zugreift. Auf der anderen Seite eine Kontroverse um die Innovationsstrategie im Wachstumssegment der Automatisierung, die dem sonst positiven Nachrichtenbild einen Dämpfer verleiht.
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