SAP Aktie: 18 Prozent Plus in 30 Tagen
NTT Data setzt bei globalen Personalprozessen auf SAPs Cloud- und KI-Angebot, während Auftragseingang, Rückkäufe und Aktie zulegen.

Kurz zusammengefasst
- NTT Data startet zwölfmonatige SAP-Implementierung
- Cloud-Auftragsbestand wächst auf 22,9 Milliarden Euro
- SAP-Aktie gewinnt binnen 30 Tagen 18 Prozent
- Rückkäufe erreichen rund 2,6 Milliarden Euro
Der japanische IT-Dienstleister NTT Data setzt bei der globalen Neuausrichtung seiner Personalprozesse auf SAP-Technologie. Wie SAP mitteilte, entschied sich das Unternehmen für SuccessFactors, die SAP Business Data Cloud sowie den KI-Orchestrator Joule, um seine weltweite People-&-Culture-Transformation umzusetzen. Die Implementierung ist auf zwölf Monate angelegt.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Vertrauensbeweisen für SAPs Cloud- und KI-Portfolio ein und fällt in eine Phase, in der der Konzern seine Übernahmestrategie im Bereich künstlicher Intelligenz vorantreibt. Erst Mitte Juli hatte SAP die Übernahme von Dremio abgeschlossen, einer Data-Lakehouse-Plattform, die das Zusammenspiel von SAP- und Nicht-SAP-Datenquellen verbessern soll.
Wenige Tage später folgte der Abschluss der Prior-Labs-Übernahme, eines Spezialisten für tabellarische KI-Modelle, in den SAP nach eigenen Angaben über die kommenden vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren will.
Cloud-Geschäft liefert die Zahlen hinter dem Vertrauen
Dass Kunden wie NTT Data auf die Plattform setzen, passt zu den Geschäftszahlen, die SAP im Sommer vorlegte. Im zweiten Quartal wuchs der Cloud-Auftragsbestand um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Clouderlöse legten um 22 Prozent zu, das Segment Cloud ERP Suite sogar um 25 Prozent.
Der Gesamtumsatz stieg um 9 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet SAP weiterhin mit einem Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro bei konstanten Wechselkursen, wobei die jüngsten Übernahmen das Non-IFRS-Betriebsergebnis um mehr als 100 Millionen Euro belasten dürften.
Parallel zur operativen Dynamik hat der Konzern zwei regulatorische Baustellen abgeräumt. Das Bundeskartellamt beendete Ende Juli seine Vorermittlungen gegen SAP, ohne ein Missbrauchsverfahren einzuleiten – die Behörde sah ausreichende technische Optionen für Kunden und Partner, auf Daten aus SAP-Systemen zuzugreifen.
Bereits Anfang Juli hatte die Europäische Kommission Verpflichtungsangebote von SAP zu Support-Dienstleistungen für On-Premises-ERP-Systeme akzeptiert und damit rechtsverbindlich gemacht.
Aktie bleibt nach starkem Lauf im Fokus
An der Börse zeigt sich die Kombination aus Auftragsdynamik und juristischer Entlastung in einer kräftigen Kurserholung: Über 30 Tage hinweg legte die SAP-Aktie um 18 Prozent zu, am Freitag schloss sie bei 190,86 Euro und damit rund 22 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 8,9 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober fehlen noch etwa 21 Prozent.
Auch beim Kapitalrückkauf hält SAP an seiner Linie fest: Bis Ende Juni erwarb der Konzern im laufenden Zehn-Milliarden-Euro-Programm, das bis Ende 2027 läuft, gut 16,28 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 161,16 Euro – ein Volumen von rund 2,6 Milliarden Euro. Die Kombination aus wachsendem Cloud-Geschäft, neuen Großkunden und fortlaufenden Rückkäufen liefert damit das fundamentale Gerüst, auf dem die jüngste Kursbewegung ruht.
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