SAP Aktie: 22,37 Prozent in sieben Handelstagen
SAP-Aktie erholt sich dank starkem Cloud-Wachstum, während Analysten die Kostenentwicklung unterschiedlich bewerten.

Kurz zusammengefasst
- Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
- Aktienrückkaufprogramm in zweiter Tranche
- Analysten uneins über Kursentwicklung
- Übernahmen von Dremio und Prior Labs
Die SAP-Aktie hat binnen weniger Handelstage einen der stärksten Kurssprünge ihrer jüngeren Geschichte hingelegt. Am Mittwoch notiert das Papier bei 159,72 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,41 Prozent zu. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen kletterte der Kurs um 22,37 Prozent – ausgelöst durch die Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag vergangener Woche. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand dennoch noch immer 8,97 Prozent nach unten, was zeigt: Die Erholung ist beachtlich, den mittelfristigen Abwärtstrend hat sie aber noch nicht vollständig aufgeholt.
Cloud-Geschäft treibt die Erholung
Auslöser der Bewegung waren die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Der Cloud-Umsatz wuchs währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, der aktuelle Cloud-Auftragsbestand sprang um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie auf IFRS-Basis stieg auf 1,89 Euro nach 1,46 Euro im Vorjahresquartal. Gleichzeitig passte SAP die Prognose für das operative Ergebnis auf Non-IFRS-Basis für das Gesamtjahr 2026 leicht an: Statt 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, bedingt durch Verwässerungseffekte aus jüngsten Zukäufen.
Diese Zukäufe sind kein Randthema. Anfang Juli schloss SAP die Übernahme von Dremio ab, einem Anbieter von Datenmanagement-Lösungen, der in die Business Data Cloud eingebunden werden soll. Mitte Juli folgte der Vollzug der Prior-Labs-Akquisition, die SAP in die eigene Business AI Platform integrieren will, um die Fähigkeiten im Bereich agentischer KI auszubauen. Beide Transaktionen erklären einen Teil der Prognoseanpassung – und liefern zugleich den Stoff, an dem sich die Analystenmeinungen derzeit scheiden.
Jefferies bleibt zuversichtlich, Barclays kappt das Ziel
Am Dienstag bestätigte Jefferies-Analyst Charles Brennan die Einstufung „Buy“ für SAP mit einem Kursziel von 210 Euro. Er begründet dies mit der strategischen Fortschrittlichkeit bei der KI-Neuausrichtung des Konzerns. Barclays kam am selben Tag zu einem vorsichtigeren Schluss: Die Investmentbank beließ das Rating „Overweight“, senkte das Kursziel jedoch von 255 auf 220 Euro. Grund seien Unsicherheiten bei der kurzfristigen Margenentwicklung.
Weitere Häuser hatten sich bereits am Freitag positioniert und zeichnen ein gemischtes Bild: DZ Bank senkte das Kursziel auf 120 Euro und beließ die Einstufung bei „Sell“, weil ihr die Ergebnishebel trotz des Cloud-Wachstums zu wenig sichtbar sind. Evercore ISI reduzierte sein Ziel auf 160 Euro bei unveränderter Einstufung „In-Line“. UBS dagegen bestätigte nach Analyse des starken Cloud-Auftragsbestands ihr „Buy“-Rating. Die Spanne der Kursziele reicht damit von 120 bis 220 Euro – ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer die Kostenfrage gegen das Wachstumstempo abwägen.
Rückkauf und Insiderkauf als Vertrauenssignal
Parallel zu den Zahlen setzte SAP am Montag die zweite Tranche ihres im Januar angekündigten Aktienrückkaufprogramms über insgesamt 10 Milliarden Euro in Gang. Bis zum 27. Januar 2027 sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 2,6 Milliarden Euro über die Börse erworben werden. Bereits am Freitag vergangener Woche hatte Vorstandsvorsitzender Christian Klein eigene Aktien im Gesamtwert von 325.218,90 Euro zu einem Kurs von rund 140,80 Euro gekauft – ein Signal, das Marktbeobachter als Vertrauensbeweis nach der Zahlenvorlage werteten.
Für Anleger bleibt der 21. Oktober der nächste wichtige Termin: Dann legt SAP die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vor. Bis dahin dürfte die Debatte anhalten, ob die Kombination aus starkem Cloud-Wachstum und steigenden Integrationskosten aus den jüngsten Übernahmen die Aktie weiter trägt oder ob die skeptischeren Stimmen recht behalten.
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