SAP Aktie: 33 Prozent Jahresverlust, Umbau belastet
SAP-Aktie notiert knapp über 52-Wochen-Tief. Neue Cloud-Deals und Konzernumbau prägen die Lage vor den Q2-Zahlen.

Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs nur 2,6 Prozent über Jahrestief
- Delos Cloud für Behörden gewinnt Partner
- CEO Klein übernimmt mehr Entwicklungsverantwortung
- Quartalszahlen am 23. Juli als wichtiger Termin
Knapp drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief, ein Jahresverlust von über 33 Prozent — SAP kämpft gerade an mehreren Fronten gleichzeitig. Neue Partnerschaften im Cloud-Geschäft stehen einem tiefgreifenden Konzernumbau gegenüber, der Investoren verunsichert.
Delos Cloud gewinnt an Boden
Im öffentlichen Sektor baut SAP seine Position aus. Der IT-Dienstleister DATAGROUP nimmt die „Delos Cloud“ in sein Portfolio auf. Diese souveräne Cloud-Lösung betreibt eine SAP-Tochtergesellschaft auf Basis von Microsoft-Technologie. Sie erfüllt die strengen BSI-Anforderungen für deutsche Behörden — die sogenannten „Roten Linien“ zur digitalen Souveränität.
Das Angebot umfasst Microsoft Azure, Microsoft 365, Teams und SharePoint. Behörden erhalten damit moderne Cloud-Dienste, ohne Abstriche bei der Datensouveränität zu machen.
Hinzu kommen weitere Partnermeldungen: Der IT-Dienstleister FPT erreichte den Silber-Partner-Status im SAP PartnerEdge Programm für Europa. Nokia und SAP arbeiten gemeinsam an der Unternehmenstransformation über „RISE with SAP“ auf Microsoft Azure.
Umbau belastet das Sentiment
Das operative Geschäft läuft — die Aktie nicht. Mit 134,20 Euro notiert das Papier nur noch 2,6 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 182,43 Euro, der aktuelle Kurs damit rund 26 Prozent darunter.
Hintergrund ist der forcierte Umbau unter dem Projektnamen „Fuji“. CEO Christian Klein übernimmt zum 1. Juli 2026 direkt die Verantwortung für zentrale Entwicklungsbereiche wie die Business Suite und die Transaktionsplattform. Produktentwicklungschef Muhammad Alam verlässt das Unternehmen nach Vertragsende im März 2027. Marktbeobachter werten die Machtkonzentration beim Vorstandsvorsitzenden als Zeichen für erhöhten Transformationsdruck.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 23. Juli 2026 legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal vor. Im ersten Quartal legte der Cloud-Umsatz währungsbereinigt um 27 Prozent zu. Diese Wachstumsrate muss nun beweisen, dass sie die Kosten des Umbaus überwiegt.
Der RSI liegt bei 39,4 — technisch angeschlagen, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Hält die Aktie die Unterstützung knapp über dem Jahrestief, könnte der Quartalsbericht Ende Juli die erste echte Entscheidung bringen.
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