SAP Aktie: 35 Prozent Minus seit Jahresbeginn
SAP-Aktie fällt auf neues Jahrestief von 130,80 Euro. Analysten senken Kursziele, doch EU-Regulierung könnte neue Chancen für die Cloud-Sparte bieten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie erreicht neues Jahrestief
- Jefferies senkt SAP-Kursziel
- EU plant strengere Cloud-Regeln
- Berichtssaison als entscheidender Test
Der freie Fall bei SAP geht weiter. Am Donnerstag schloss das Papier bei 130,80 Euro. Das markiert ein neues Jahrestief. Seit Jahresbeginn hat der Walldorfer Softwarekonzern damit gut 35 Prozent an Wert verloren.
Die Stimmung im Technologiesektor ist im Keller. Das spürt auch SAP. Die Investmentbank Jefferies hat ihr Kursziel für den Konzern gesenkt. Die Experten verweisen auf die trüben Branchenaussichten.
Charttechnisch sieht die Lage düster aus. Der Abstand zur langfristigen Durchschnittslinie beträgt fast 29 Prozent. Diese verläuft aktuell bei 183,79 Euro.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Der Relative-Stärke-Index liegt bei 33,7 Punkten. Die Aktie gilt damit als stark überverkauft.
Träge Heimatmärkte
Eine aktuelle Analyse der Deutschen Bank liefert weiteren Kontext. Deutschland investiert derzeit weniger als ein Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Software. In Schweden sind es rund vier Prozent. Ein enormer Nachholbedarf.
Theoretisch bietet das großes Aufwärtspotenzial für SAP. Praktisch bremst die Trägheit bei der digitalen Transformation jedoch das Geschäft. Das erschwert besonders den Verkauf neuer KI-basierter Softwarelösungen.
Hilfe aus Brüssel
Ein Lichtblick kommt derweil von der regulatorischen Ebene. Die EU-Kommission stuft die Cloud-Sparten von Microsoft und Amazon vorläufig als Gatekeeper ein. Beide US-Riesen kontrollieren zusammen rund 60 Prozent des europäischen Cloud-Marktes.
Bestätigt Brüssel diese Einstufung, drohen den Amerikanern strenge Auflagen. Sie müssen dann innerhalb von sechs Monaten mehr Wettbewerb zulassen. Für europäische Anbieter wie SAP eröffnet das neue Chancen. Sie könnten ihre eigene Marktposition in der Cloud deutlich ausbauen.
Nagelprobe Berichtssaison
In den kommenden Wochen rückt die Berichtssaison in den Mittelpunkt. Der Markt fordert nun Beweise. Die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz müssen sich in echten Umsätzen niederschlagen.
Fällt die Prognose des Managements für das zweite Halbjahr schwach aus, droht ein weiterer Rutsch. Charttechnisch muss nun die Marke von 130,80 Euro halten. Bricht diese Unterstützung, drohen weitere Verluste.
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