SAP Aktie: 487,6 Millionen Euro für Rückkäufe
SAP treibt Aktienrückkäufe und KI-Zukäufe voran, meldet aber auch eine kritische Sicherheitslücke in der Commerce Cloud.

Kurz zusammengefasst
- Rückkauf von 487,6 Millionen Euro
- Übernahmen von Prior Labs und Dremio
- Cloud-Umsatz wächst um 22 Prozent
- Kritische Lücke in Commerce Cloud
SAP hat in der ersten Augustwoche erneut kräftig eigene Aktien vom Markt genommen. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der Konzern 2,894 Millionen Aktien über Xetra, zu einem Durchschnittspreis von 169,72 Euro. Das entspricht einem Volumen von 487,6 Millionen Euro und reiht sich in das im Januar angekündigte Rückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro ein, das bis Ende 2027 läuft.
Bis Ende Juni hatte SAP im Rahmen dieses Programms bereits mehr als 16,28 Millionen Aktien zu einem Durchschnittskurs von 161,16 Euro eingesammelt, mit einem Kaufvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro.
Der aktuelle Kurs von 178,70 Euro liegt damit über den Einstandspreisen der jüngsten Rückkauftranchen – ein Zeichen, dass sich das Programm für den Konzern bislang auszahlt. Am Montag gibt die Aktie leicht nach, um 0,6 Prozent, nach einem Schlusskurs von 179,80 Euro am Freitag.
Auf Wochensicht steht ein Minus von 0,8 Prozent zu Buche, doch der Blick auf die vergangenen 30 Tage zeigt ein deutlich anderes Bild: Hier hat das Papier um 29 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Rückstand von 15 Prozent, und auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von 25 Prozent zu Buche.
Konzern investiert in KI-Zukäufe
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der SAP zugleich massiv in neue Technologiefelder investiert. Mitte Juli hatte der Konzern die Übernahme von Prior Labs abgeschlossen, einem Pionier bei sogenannten Tabellarischen Foundation Models.
SAP will dort über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren, um Prior Labs als eigenständige Einheit zu einem führenden Forschungslabor für KI mit strukturierten Daten auszubauen.
Kurz zuvor, Anfang Juli, hatte SAP auch die Übernahme des Data-Lakehouse-Anbieters Dremio finalisiert, um sein Angebot im Bereich agentischer KI zu stärken und die Verknüpfung von SAP- mit Nicht-SAP-Datenquellen zu erleichtern. Das Bundeskartellamt hatte beide Zukäufe im Vorprüfverfahren ohne Beanstandungen freigegeben.
Untermauert wird die Investitionsoffensive von robusten Quartalszahlen. Im zweiten Quartal wuchs der Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Cloud-Umsätze legten um 22 Prozent zu.
SAP passte daraufhin die Jahresprognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis leicht an, auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro währungsbereinigt, nachdem Verwässerungseffekte aus den beiden Übernahmen von mehr als 100 Millionen Euro berücksichtigt wurden.
Kritische Schwachstelle im Fokus der IT-Sicherheit
Parallel zur Geschäftsentwicklung beschäftigt eine Sicherheitslücke die IT-Abteilungen von SAP-Kunden. Am vergangenen Dienstag veröffentlichte SAP im Rahmen seines monatlichen Patch Day 28 neue Security Notes sowie einen GitHub Security Advisory, dazu kamen aktualisierte Hinweise zu bereits bekannten Schwachstellen.
Besonders brisant: Security Note 3771065 betrifft eine kritische Lücke in der SAP Commerce Cloud, genauer im Data Hub Adapter, mit dem höchstmöglichen Schweregrad von 10,0 auf der CVSS-Skala.
Unzureichende Autorisierungsprüfungen könnten dort im schlimmsten Fall beliebige Code-Ausführung ermöglichen. Unternehmen, die die betroffenen Komponenten einsetzen, sind gehalten, die Patches zeitnah einzuspielen.
Für Anleger bleibt SAP damit ein Konzern mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite stehen ambitionierte KI-Zukäufe, ein laufendes Milliarden-Rückkaufprogramm und ein wachsendes Cloud-Geschäft.
Auf der anderen Seite zeigen die Sicherheitswarnungen, wie groß die Angriffsfläche eines Systemanbieters ist, dessen Software in Kernprozessen tausender Unternehmen läuft. Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen spiegelt bislang vor allem das Vertrauen in die operative Stärke wider.
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